"Bis auf die Kälte ist es toll": Afrikaner arbeitet in Witzenhausen

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Haben sichtlich Spaß beim Laub aufsammeln: Yusuf Kasumba aus Kayunga (Uganda) und Angelina Rauschenbach. Der Afrikaner arbeitet seit Anfang September ein Jahr lang im ökumenischen Kinderhaus St. Jakob in Witzenhausen und hilft bei der Kinderbetreuung.

Witzenhausen. Der Afrikaner Yusuf Kasumba lebt seit September für ein Jahr lang in Witzenhausen. Er hilft im ökumenischen Kinderhaus St. Jakob mit.

Besonders mit der Kälte in Deutschland hat er zu kämpfen: Yusuf Kasumba aus Kayunga (Uganda) lebt seit Anfang September in Witzenhausen und hilft bei der Kinderbetreuung im ökumenischen Kinderhaus St. Jakob mit. Ein ganzes Jahr wird er im Rahmen des Programms „weltwärts“ (siehe Hintergrund) in der Kirschenstadt verbringen. Zwischen den Partnerstädten Witzenhausen und Kayunga gibt es regelmäßige Besuche. Doch Yusuf Kasumba ist der erste, der für längere Zeit bleibt. „Für mich ist das eine großartige Erfahrung hier. Ich lerne Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen kennen“, sagt der 23-Jährige auf Englisch. Zur Vorbereitung auf seinen Aufenthalt hat er im Internet etwas Deutsch gelernt. „Guten Morgen“ waren seine ersten Worte.

Kasumba betreut in Witzenhausen die Jungen und Mädchen im Kindergarten. Er hilft ihnen zum Beispiel beim Anziehen und beim Essen. „Yusuf ist ein freundlicher und liebenswerter junger Mann, der von den Kindern total gemocht wird. Er kann besonders gut auf junge Kinder, die noch ängstlich und zurückhaltend sind, zugehen. Deshalb ist er jetzt auch immer mittags bei der Schlafwache dabei“, sagt Bärbel Wille. Sie ist die Leiterin des ökumenischen Kinderhauses. Für Kasumba ist die Reise nach Deutschland zugleich seine erste ins Ausland. „Witzenhausen gefällt mir ganz gut. Es ist sehr sauber hier. Der größte Unterschied zu meiner Heimat ist das Klima“, sagt der Afrikaner. Er habe falsche Vorstellungen vom Wetter gehabt, als er nach Deutschland kam. Am Flughafen hatte er nur einen dünnen Pullover dabei und sonst nichts.

Bei der Kommunikation zwischen dem 23-Jährigen und seinen Kollegen hilft das Wörterbuch und der Übersetzer von Google - auch wenn der nicht immer das richtige sagt. Ab und an kommuniziert man auch noch mit Händen und Füßen. „Viele Kinder sprechen auch noch kein Deutsch, wenn sie in unsere Einrichtung kommen. Durch den täglichen Kontakt mit Deutschen lernt Yusuf genauso rasant wie die Kinder die Sprache“, erklärt Leiterin Wille. Im Kinderhaus werden auch Mädchen und Jungen aus Eritrea, Italien und Somalia betreut.

In Zukunft will Kasumba, der in seiner Heimat bereits ein Diplom in Computertechnologie absolviert hat, am liebsten mit Kindern arbeiten. „Vielleicht könnte ich als Lehrer für Informatik arbeiten“, sagt er.

Hintergrund: Unterwegs mit "weltwärts"

Organisiert wurde der Aufenthalt von Yusuf Kasumba vom Evangelischen Freiwilligendienst der Diakonie Hessen. Die Reise ist Teil des Programms „weltwärts“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Dort können Menschen zwischen 18 und 28 Jahren für Freiwilligendienste in andere Länder reisen. Das 30-köpfige Uganda-Team pflegt den Kontakt zwischen den beiden Partnerstädten Witzenhausen und Kayunga. Die Mitglieder kümmern sich auch um Yusuf Kasumba.

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