Bewegungstherapie für Senioren

Mit Alpakas im Fahrstuhl: Tiere besuchen Witzenhäuser Altenheim

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Im Aufzug: Die Alpakas Silas und Sephia sind aufeinander angewiesen. Bei ihnen ist nämlich die Stute das Leittier und passt auf den Hengst auf. Corinna Sprung, die Leiterin von Haus Salem, Elisabeth und Markus Göbel (von links) fahren mit den Alpakas Fahrstuhl.

Witzenhausen. Die Ohren der Alpakas sind angelegt - doch sie haben keine Scheu. „Das ist ein Zeichen für Kommunikation", sagt Elisabeth Göbel.

Sie ist Ergotherapeutin und hat sich auf tiergestützte Therapie spezialisiert. Einmal im Monat kommt sie mit ihrem Mann Markus, Therapieassistent, und ihren Tieren ins Haus Salem in Witzenhausen.

Ihre Alpakas Silas und Sephia warten mit ihr geduldig auf den Fahrstuhl, steigen ein und fahren in die erste Etage. Dort sitzen auch schon die Senioren mit Zweigen und grünen Blättern in der Hand, um sie zu füttern. Angespuckt werden die Bewohner von den Tieren, die ihren Ursprung in den südamerikanischen Anden haben, aber nicht. Die ersten eineinhalb Jahre wachsen sie nur bei der Mutter auf, haben keinen Kontakt zu Menschen. Dadurch könne garantiert werden, dass die Alpakas den Menschen nicht als Artgenossen sehen. Denn wenn sie das täten, würden sie spucken.

Die Tiere eignen sich durch ihren ruhigen und friedlichen Charakter gut für tiergestützte Therapie. Sie sind stubenrein. Normalerweise seien sie zu 100 Prozent Fluchttiere.

„Es braucht jahrelanges Training und eine Bezugsperson für die Alpakas, bis die Vertrauensbasis da ist.“ Durch die Alpakas und auch die Hunde habe man gleich einen anderen Zugang zu den Menschen, sagt Göbel. Mit 21 Jahren machte sie sich selbstständig und fing mit Hund Eddi an. Mittlerweile ist sie mit ihren zwei Alpakas und drei Therapiehunden unterwegs. Hund Eddi ist auch an diesem Tag mitgekommen. Die Bewegungstherapie kann starten. „Heben Sie jetzt alle mal das rechte Bein hoch“, fordert die 27-Jährige die Bewohner auf. Sie machen es sogleich.

Tiertherapie im Haus Salem

Ohne die Tiere wäre es manchmal schwerer, sie dazu zu motivieren, sagt Elisabeth Göbel. Eddi läuft unter den Beinen hinweg, schnappt sich die Bälle, die die Senioren ihm zuwerfen und bringt sie zurück. Die Alpakas und Hunde bringen die Einwohner zum Lachen. Einige, die sonst eher in sich gekehrt wirken und nicht am Gruppenleben teilnehmen, scheinen aufzublühen wenn sie die Tiere sehen und streicheln. Neben der Gruppenstunde bietet das Haus Salem Einzelbetreuung für Menschen an, die beispielsweise bettlägerig sind. Einrichtungsleiterin Corinna Sprung ist von dem Konzept überzeugt. Ein Wermutstropfen dabei ist: Die Tiertherapie wird ausschließlich durch Spenden des Freundes- und Förderkreises finanziert.

Weitere Infos zum Therapiehof gibt’s im Internet.

Das Spendenkonto: IBAN: DE03 520 604 10 000000 1600, Ev. Bank eG Kassel, Verwendungszweck: Haus Salem. Kontakt: Tel. 05542/5036300

Archivvideos zu Alpakas

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