Anfangs sangen nur Mädchen

Gemischter Chor Concordia Hundelshausen feiert 100-Jähriges

Feiern 100-jähriges Bestehen: Das Vorstandsteam des Gemischten Chores der Concordia Hundelshausen mit Carmen Thomas (von hinten links), Gabriele Vogelei, Ingrid Laspe, Carmen Beck sowie Frauke Sebering (vorne links) und Monika Neiber mit der historischen Vereinsfahne aus dem Jahr 1920. Es fehlt Christine Pflüger.
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Feiern 100-jähriges Bestehen: Das Vorstandsteam des Gemischten Chores der Concordia Hundelshausen mit Carmen Thomas (von hinten links), Gabriele Vogelei, Ingrid Laspe, Carmen Beck sowie Frauke Sebering (vorne links) und Monika Neiber mit der historischen Vereinsfahne aus dem Jahr 1920. Es fehlt Christine Pflüger.

100 Jahre Gemischter Chor Concordia Hundelshausen – wenn das kein Grund zum Feiern ist? Aber in Corona-Zeiten ist alles anders.

Hundelshausen – „Wir wollen den feierlichen Akt in 2021 nachholen, sofern es die Regeln und das Singen erlauben“, sagt Frauke Sebering vom Vorstandsteam des Chores. In jedem Fall soll die Feier in Verbindung mit Chorgesang ausgerichtet werden.

Der gemischte Chor „Concordia“ ging aus einem Mädchenchor hervor, der sich unter Leitung des damaligen Lehrers Wilhelm Müller gebildet hatte. Er begeisterte seinerzeit zusätzlich einige Männer, sodass 1920 mit 15 jungen Frauen und 10 jungen Männern der Chor „Concordia“ gegründet war. Passend zur Aufbruchsstimmung nach dem Krieg wurde als Namensgebung Concordia gewählt, das für das friedliche Zusammenleben steht.

Zur Chorprobe trafen sich die Mitglieder in der neuen Schule am heutigen Standort des Bürgerhauses. Die erste Vereinsfahne mit der gestickten Inschrift „Dem Wahren, Guten, Schönen soll unser Lied gehören“, wurde seinerzeit mit Naturalien bezahlt.

Nachdem der Chorgesang ab 1933 verboten wurde, nahm der Chor nach den Wirren des zweiten Weltkriegs unter der Leitung von Gerhard Krauskopf im November 1949 seine Vereinstätigkeit wieder auf. In den Folgejahren bis in die 1990er-Jahre war die Chorgemeinschaft mit seinen Liedbeiträgen gern gesehen auf Sängerfesten. Auch selbst haben sie einige Sängerfeste veranstaltet.

Der Chor nach der Gründerphase: Der gemischte Chor Concordia Ende der 1920er-Jahre mit ihrer ersten Vereinsfahne.

Zum 75-jährigen Bestehen 1995 wurden an zwei Tagen 20 Sangesgruppen empfangen. Aber auch das gesellschaftliche Leben innerhalb des Vereins kam nicht zu kurz.

„Die etwas Älteren schwärmen heute noch von den tollen Vereinsfahrten ins Safariland, nach Berlin oder nach Flintbeck bei Hamburg“, sagt Gabriele Vogelei vom Vorstandsteam. Zum Schmunzeln kommen die Vereinsmitglieder jedes Mal, wenn sie die gewöhnungsbedürftige Kleiderordnung von damals auf Fotos betrachten: Da wird schon mal ein rosa Spitzenblüschen und Schleife zum Rock getragen.

Ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben ist immer der jährliche Festumzug zur Kirmes. Mit viel Kreativität und Spaß werden bei den Vorbereitungstreffen Ideen gesammelt und in die Tat umgesetzt. So sind die Sänger und Sängerinnen schon mit der letzten Gelstertal-Eisenbahn und einem Boot durch die Straßen gefahren oder bereicherten den Festumzug als Concordia-Musketiere. Heute wird die Chorgemeinschaft Concordia von einem siebenköpfigen, gleichberechtigten Vorstandsteam geleitet. Für diese neue Führungsform wurde der Verein 2015 von der Bürgerstiftung des Werra-Meißner-Kreises mit dem ersten Platz im Bereich „Neue Vereinsstruktur, unser Verein ist fit für die Zukunft“ ausgezeichnet.

Zum 100-jährigen Bestehen haben sie sich für die Zelter-Plakette beim Bundesmusikverband beworben. Diese soll 2021 auf dem Hessentag in Fulda an Chöre verliehen werden, die seit mindestens 100 Jahren ununterbrochen wirken und sich besondere Verdienste im Chorgesang erworben haben.

Derzeit hat der Chor 127 Mitglieder, wobei sich etwa 35 Sänger aktiv am Chorgesang beteiligen. Geleitet wird der Chor seit 2018 von der temperamentvollen Chorleiterin Corinna Acosta de Gundlach, die nach 29 Jahren Ralf Hildebrand als Chorleiter ablöste, der aus beruflichen Gründen zurückgetretenen war.

Im Jahr 2003 wurde von Gabriele Rescher der Kinderchor „Gelsterspatzen“ mit 19 Kindern gegründet, der mit verschiedenen Theaterstücken das kulturelle Leben in Hundelshausen bereichert. (Hartmut Neugebauer)

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