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Anna Gallrach aus Arenshausen über ihre Ausbildung zur Erzieherin

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Von: Marvin Hinrichsen

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Die Leidenschaft zum Beruf gemacht: Anna Gallrach aus Arenshausen ist Pia-Auszubildende im Kindergarten Wichtelschlösschen Ermschwerd.
Die Leidenschaft zum Beruf gemacht: Anna Gallrach aus Arenshausen ist Pia-Auszubildende im Kindergarten Wichtelschlösschen Ermschwerd. ©  MARVIN HINRICHSEN

Die angehende Erzieherin Anna Gallrach (35) spricht über ihrer Erfahrungen als Pia-Auszubildende und ihren Wunsch, Erzieherin zu werden.

Ermschwerd – Pia steht für eine praxisorientierte Ausbildung zum Erzieher oder Erzieherin, welche in der Regel drei Jahre dauert.

Wie sind Sie darauf gekommen, Erzieherin zu werden?

Ich habe schon früher im Kindergarten und in der offenen Jugendarbeit gearbeitet und habe dann die Empfehlung für die Pia-Ausbildung bekommen. Doch bevor ich die dreijährige Pia Ausbildung antreten durfte, musste ich zwei Prüfungen absolvieren, die ich mit sehr gut bestanden habe.

Welche Kompetenzen sollte eine Erzieherin haben?

Das Wichtigste ist, Spaß am Umgang mit Kindern zu haben und offen gegenüber Menschen zu sein und ein hohes Maß an Flexibilität mitzubringen. Ebenso ist es notwendig, teamfähig zu sein, wozu auch Kritikfähigkeit gehört.

Wie läuft ein normaler Arbeitstag im Kindergarten bei Ihnen ab ?

Um 7 Uhr beginnt mein Tag im Kindergarten Wichtelschlösschen Nach der Anmeldung bereite ich die Wagen für die Gruppen vor und koche Tee für die Kinder. Die ersten kommen und beginnen mit dem Freispiel. Danach finden dann verschiedene Angebote wie Basteln oder Turnen statt. Gegen 9.15 Uhr startet der Morgenkreis. Anschließend wird gemeinsam gefrühstückt. Danach gehen wir raus. Gegen 12 Uhr gibt es Mittagessen, das von unseren Mitarbeitern jeden Tag frisch zubereitet wird. Die Kinder, die unser Schlafangebot in Anspruch nehmen, halten nach dem Essen Mittagsschlaf. Für die anderen gibt es eine Ruhepause. Anschließend haben die Kinder wieder die Möglichkeit, ihre Zeit frei zu gestalten. Der Tag endet gegen 15 Uhr.

Wie viel Geld verdienen Sie in derAusbildung?

Ich verdiene aktuell im zweiten Lehrjahr 960 Euro. Im ersten Jahr gibt es 920 Euro.

Was sind die schönsten Dinge an Ihrem Job?

Die Kinder sind unsere Zukunft und da ich selber Mutter einer 13-jährigen Tochter bin, ist es jeden Tag schön, zu sehen, wie die Kinder sich entwickeln und wie sehr sie sich freuen, wenn ich morgens in den Kindergarten komme. Das gleicht den harten Schulalltag in der Berufsschule wieder aus. Für mich ist es nicht nur ein Beruf, sondern meine Berufung.

Was sind die negativen Aspekte in Ihrer Pia-Ausbildung?

Ich habe kaum Freizeit. In der Schulzeit komme ich meist um 17.30 Uhr nach Hause und mache meiner Tochter und mir Essen und verbringe dann noch Zeit mit ihr. Danach widme ich mich dann meinen Schulaufgaben. Das Abschalten fällt sehr schwer.

Was ist Ihr Eindruck, bekommen Sie genug Wertschätzung für Ihren Beruf?

Leider wird der Erzieherberuf noch immer nicht wertgeschätzt. Für viele steht der Lehrer-Beruf im Fokus. Die Vorarbeit leisten die Erzieher, um dem Kind einen guten Start in die Schule zu ermöglichen. Der Beruf ist so viel mehr, als nur Kaffee trinken.

(Marvin Hinrichsen)

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