Ziel: Übrig gebliebene Dosen nutzen

DRK-Kreisverband Witzenhausen ließ Verwaltungsmitarbeiter gegen Corona impfen

Auch hier blieben Dosen übrig: Das DRK-Seniorenzenrum in Witzenhausen.
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Auch hier blieben Impfdosen übrig: Das DRK-Seniorenzenrum in Witzenhausen.

Neben der vorgezogenen Impfung von Landrat Stefan Reuß und seinem Stellvertreter Dr. Rainer Wallmann steht auch der Impftermin im DRK-Seniorenzentrum Witzenhausen am 11. Januar in der Kritik.

Witzenhausen - Mehrere Leser haben sich bei unserer Zeitung gemeldet und ihre Entrüstung geäußert, dass Mitarbeiter aus der Verwaltung des DRK-Kreisverbands Witzenhausen übrig gebliebene Impfdosen erhalten haben – und nicht etwa der Rettungsdienst.

Am späten Nachmittag am Montag, 11. Januar, sei ein Anruf beim DRK-Kreisverband eingegangen, dass im Seniorenzentrum Impfdosen übrig seien und sich Mitarbeiter der Verwaltung oder des Rettungsdienstes kurzfristig impfen lassen könnten, bestätigt DRK-Kreisvorsitzender Wolfgang Fischer auf Anfrage. Weil der Impfstoff bereits vorbereitet gewesen sei, sei die Zeit knapp gewesen. „Es wäre Verschwendung gewesen, wenn wir die Impfdosen hätten verfallen lassen müssen“, betont Fischer. Wie viele Dosen übrig waren, konnte er nicht genau sagen.

Frust über verzögerte Impfungen

Solche Situationen seien nicht ungewöhnlich, sagt Fischer. So hätten sich etwa einige Mitarbeiter des Rettungsdienstes kürzlich mit übrig gebliebenen Dosen in einem Altenheim in Bad Sooden-Allendorf impfen lassen können, sie seien dazu extra in die Badestadt gefahren.

Er könne den Ärger über die Situation verstehen, sagt Fischers Stellvertreter Wolfgang Frühauf: „Jeder will geimpft werden.“ Der Frust, dass derzeit nur wenig Impfdosen geliefert werden, sei nachvollziehbar. Die Impftermine seien aber nicht zu 100 Prozent planbar: Wenn Impflinge kurzfristig ausfallen, müsse man schnell handeln, dabei müsse man auch Fahrtzeiten für Freiwillige bedenken. Dass man den vorbereiteten Impfstoff in eine andere Einrichtung transportiere, sei nicht erlaubt.

Das sagen die Verantwortlichen für die Impfteams

Laut Thomas Wuth vom Impfzentrum Eschwege, das auch für die Mobilen Impfteams zuständig ist, hatte das DRK-Seniorenzentrum Witzenhausen 90 Bewohner und 79 Mitarbeiter für eine Impfung angemeldet: „Anhand der offiziellen Erfassungsbögen für Impfberechtigte in Pflegeeinrichtungen können wir nicht erkennen, ob Verwaltungspersonal gemeldet wurde.“ Zwei Teams hätten vor Ort insgesamt 176 Personen geimpft. „Differenzen können sich aus der Entnahme von bis zu 6 Dosen aus einem Vial ergeben“, so Wuth. Er betont, dass die Teams den Impfstoff nach bestem Wissen und Gewissen anhand der Impfstoffverordnung verplanen, zuteilen und abgeben: „Dabei orientieren wir uns an den Prioritätsvorgaben und den Handlungsempfehlungen der Task Force Impfkoordination des Landes Hessen.“ Dazu gehöre, sechs Impfdosen aus den Biontech-Fläschchen zu gewinnen und ein Fortwerfen von Impfstoff zu vermeiden.

Viel Kritik hatte es auch daran gegeben, dass Landrat Stefan Reuß und sein Stellvertreter Dr. Rainer Wallmann beim allerersten Impftermin im Dezember bereits Impfungen erhielten, weil Impfdosen übrig waren. (fst)

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