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Ansturm im Werra-Meißner-Kreis auf alles, was heizt

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Von: Kerim Eskalen

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Elektrischer Heizlüfter steht in einem Wohnraum.
ARCHIV - 26.07.2022, Hessen, Frankfurt/Main: Ein elektrischer Heizlüfter steht in einem Wohnraum. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und einer drohenden Gasknappheit setzen viele Bundesbürger zum Heizen auf Strom als Alternative. (zu dpa „Umfrage: Jeder Zehnte hat sich schon eine Elektroheizung gekauft“) © Frank Rumpenhorst

Die Furcht davor, dass im Winter kein Gas mehr fließt und man im Winter im Kalten sitzt, treibt die Bürger um sich.

Werra-Meißner – Das bemerkt auch Oliver Heindorf vom Hagebaumarkt in Bad Sooden-Allendorf. Denn trotz einer nie dagewesenen Hitzewelle seien in diesem Jahr nicht Ventilatoren oder Klimaanlagen Verkaufsschlager, sondern Wärmegeräte: „Verblüffenderweise wurden in diesem Sommer bei uns mehr Heizlüfter als Ventilatoren verkauft“, erklärt Heindorf. „Die Nachfrage nach alternativen Heizgeräten, wie Infrarotheizungen, Heizlüftern, Kaminöfen und Pelletheizungen, ist aber schon seit Beginn der Ukraine-Krise deutlich gestiegen.“

Laut Heindorf bereitet die Thematik vielen Menschen Kopfzerbrechen. Viele fragten sich, ob sie diesen Winter frieren müssten. Ein Trend, der auch im Werra-Meißner-Kreis zu beobachten ist. Doch welche Alternativen zur Gasheizung lohnen sich?

Nach Meinung von Lukas Sittel von der Energieberatung Sittel in Witzenhausen kommen als Alternativen Fern- und Nahwärme sowie Strom und Holz infrage. Am effektivsten sei hier die Wärmepumpe. Aus 1 Kilowatt Strom erzeuge sie 2 und mehr Kilowattstunden Wärme. Radiatoren hingegen, die in Baumärkten momentan sehr gefragt sind, erzeugten aus 1 Kilowatt Strom nur 1 Kilowatt Wärme. „Der Wirkungsgrad bei solchen mobilen Heizgeräten ist äußerst schlecht“, meint Sittel. „Man verbraucht viel Strom und erhält nicht mehr Wärme.“

Zudem könnten die mobilen Geräte für den eigenen Haushalt zur großen Gefahr werden. Laut Sittel sind solche Geräte zwar günstig in der Anschaffung, hätten aber in der Regel einen Anschlusswert von 2 Kilowatt. Eine handelsübliche Steckdose hingegen habe eine maximale Anschlussleistung von 3,6 Kilowatt. Bei zwei solcher Geräte drohe hier eine Überlastung. Die Folgen wären besonders bei älteren elektrischen Installationen ein Stromausfall und im schlimmsten Fall ein Kabelbrand. „Darüber hinaus haben die Geräte eine starke Hitzeentwicklung“, so der Berater. „In der Nähe von brennbaren Gegenständen kann hier ein Feuer entstehen.“

Insgesamt sei der Betrieb dieser Geräte nicht günstiger als eine Gasheizung. Lukas Sittel empfiehlt daher, den Verbrauch anzupassen, ohne auf bisherige Annehmlichkeiten zu verzichten. Am wichtigsten sei die Optimierung der Heizung, zum Beispiel durch „intelligente“ Raumthermostate oder Heizkörperventile.

Mit eigenem Verbrauch auseinandersetzen

Mit technischem Wissen über Heizungen kann man laut Energieberater Lukas Sittel den eigenen Verbrauch optimieren. So sollten Verbraucher vor dem Winter die Heizung warten. Dazu gehöre das Entlüften, Prüfen des Brenners beziehungsweise der Pumpen, Prüfen der Vor- und Rückläufe, Volumenströme sowie Heizzeiten. Er erlebe auch, dass im Sommer viele Heizungen temperiertes Wasser bereitstellen, obwohl die sie im Sommer auf Warmwasser gestellt werden könnten.   (kes)

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