Aber knapp 33 Prozent mehr Jobsuchende im Vergleich zum Vorjahr

Arbeitslosenquote im Werra-Meißner-Kreis sinkt im September leicht

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Der Arbeitsmarkt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen erweist sich mit Blick auf die Corona-Pandemie als widerstandsfähig.

3069 Menschen waren im Werra-Meißner-Kreis im September arbeitslos gemeldet. Das teilt die Agentur für Arbeit in einer Presseerklärung mit. Damit sind 116 Personen (-3,6 Prozent) weniger ohne Arbeit als im August.

Werra-Meißner - Im Vergleich zum Vorjahr sind es aber 757 Jobsuchende mehr. Das entspricht einem Zuwachs von 32,7 Prozent im Vergleich zum September 2019. Diese Entwicklung sei in ganz Nordhessen sichtbar. Der saisonübliche Effekt einer sinkenden Arbeitslosenquote im September setze sich trotz Corona auf dem Arbeitsmarkt wieder durch, wie Agenturchef Detlef Hesse berichtet.

„Auch wenn die Arbeitslosenzahl wie üblich im Herbst sinkt, so bleibt doch der große Zuwachs an Leistungsempfängern gegenüber dem Vorjahr“, sagt Hesse und plädiert für einen differenzierten Blick auf die September-Statistik. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt bei 5,9 Prozent, im August lag sie noch bei 6,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr mit 4,4 Prozent liegt die Arbeitslosenquote aber deutlich höher.

Jugendliche und junge Erwachsene seien wegen des Ausbildungsstarts weniger gemeldet, die Langzeitarbeitslosigkeit steige aber kontinuierlich an. So gebe es bei Empfängern des Arbeitslosengelds II ein Plus von 75 Prozent.

Arbeitslosenquoten in Nordhessen und Südniedersachsen im September 2020.

Als positives Zeichen sieht Hesse den Stellenbestand, der sich seit April fortlaufend erhöht habe und damit das deutliche Minus im Vergleich zum Vorjahr verringerte. Hier zeigt sich der Kreis jedoch entgegen dem nordhessischen Trend, denn es gibt mit 433 offenen Stellen 13 weniger im Vergleich zum August. Das entspricht einem Minus von 2,9 Prozent.

Aber auch wenn die Anzahl neuer Jobofferten seit dem Frühjahr generell steige, so erreiche man bei Weitem noch nicht die Stellenmeldungen vor Corona, berichtet Agenturchef Hesse. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Kreis wider, denn im September 2019 gab es noch 218 zusätzliche offene Stellen im Vergleich zu heute. Hier ist ein Rückgang von 33,5 Prozent zu verzeichnen.

Für den regionalen Arbeitsmarkt sei die Belastung noch lange nicht vorbei, befürchtet Detlef Hesse, auch wenn der sich widerstandsfähig zeige. „Arbeitsplätze bleiben nach wie vor bedroht. Mit Insolvenzen muss gerechnet werden.“  elu

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