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Auch im Werra-Meißner-Kreis müssen Betriebe jetzt Krankmeldungen bei Kassen abrufen

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Von: Denise Dörries

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Den gelben Schein in dieser Form gibt es seit Anfang des Jahres nicht mehr.
Den gelben Schein in dieser Form gibt es seit Anfang des Jahres nicht mehr. © Sascha Steinbach

Den „gelben Schein“ in seiner klassischen Form gibt es seit Anfang des Jahres nicht mehr. Stattdessen weisen die Ärzte eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus (eAU). Den Gang zur Arbeitsstelle, um die Krankmeldung in Papierform abzugeben, können sich erkrankte Arbeitnehmer nun sparen. Die Arbeitgeber müssen die Krankschreibungen neuerdings bei der Krankenkasse abrufen. Wie läuft es in den Unternehmen seit dem Startschuss zum Jahresanfang mit der eAU?

Werra-Meißner – „Wir konnten bereits erste Erfahrungswerte sammeln. Eine Bewertung ist aufgrund des kurzen Zeitraums derzeit noch nicht möglich“, teilt Jörg Klinge, Pressesprecher des Werra-Meißner-Kreises mit. Auch im Klinikum Werra-Meißner wurden erste Erfahrung mit der eAU gesammelt: „In der Praxis ist es so, dass ein Mitarbeiter sich in seiner jeweiligen Abteilung krank meldet und mitteilt, dass er beim Arzt war und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erhalten hat“, erklärt Florian Künemund, Leiter der Unternehmenskommunikation des Klinikums mit Standort in Eschwege und Witzenhausen.

Das Personalwesen muss dann nach drei Tagen bei den Krankenkassen anfragen, ob ein Krankenschein vorliegt. Da die Umstellung noch recht frisch ist, sichert sich das Klinikum intern ab: „Um sicherzugehen, dass aufgrund der Neuerung alle Krankschreibungen ordnungsgemäß eingepflegt werden, senden in der Übergangszeit alle Abteilungsleiter jeden Montag eine Mail, wer sich in der vergangenen Woche krank gemeldet hat.“

Mit dem manuellen Abrufen der Krankenscheine kommt auf die Arbeitgeber ein höherer Arbeitsaufwand zu. Auch in der Verwaltung des Werra-Meißner-Kreises ist das der Fall, wie Klinge bestätigt. Das Klinikum Werra-Meißner hat rund 1200 Mitarbeiter. In Spitzenzeiten, beispielsweise bei Corona- oder Grippe-Wellen, kommen 20 bis 30 Krankschreibungen täglich rein, wie Künemund berichtet. Hier seien vor allem die Mitarbeiter im Personalwesen und die Abteilungsleiter mit Mehraufwand belastet.

Ob die Umstellung auf die eAU bei den Mitarbeitern auf Ungewissheit stößt, kann Klinge abweisen: „Alle Mitarbeitenden wurden mittels Rundschreiben über die geänderte Verfahrensweise informiert.“ Auch das Personal im Klinikum hat das Verfahren verstanden. Hier würde nur ein Unverständnis über den Sinn der Änderung herrschen.

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