Baustelle statt Bond

Capitol-Kino in Witzenhausen soll nach Umbau kultureller Treffpunkt werden

Ist aktuell noch eine Baustelle: Im Capitol-Kino in Witzenhausen wurden Wände versetzt, um Platz für ein großes, einladendes Foyer zu schaffen. Bauleiter Joachim Brandt (links) und Kino-Chef Werner Würker sprechen die aktuellen Arbeiten durch. Links ist der Eingang ins Kino zu sehen.
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Ist aktuell noch eine Baustelle: Im Capitol-Kino in Witzenhausen wurden Wände versetzt, um Platz für ein großes, einladendes Foyer zu schaffen. Bauleiter Joachim Brandt (links) und Kino-Chef Werner Würker sprechen die aktuellen Arbeiten durch. Links ist der Eingang ins Kino zu sehen.

Das Capitol-Kino in Witzenhausen wird bis Anfang 2022 saniert.

Witzenhausen – Von außen lässt nur ein Absperrband erahnen, was im Inneren vor sich geht: Das Capitol-Kino in Witzenhausen ist aktuell eine Großbaustelle. Mit umfangreichen Umbauarbeiten wagen die Betreiber des historischen Lichtspielhauses den lange geplanten Schritt hin zu einem kulturellen Treffpunkt mit viel Platz nicht nur zum Filme schauen.

Beim Baustellenrundgang mit Wolfgang Würker, Geschäftsführer des Capitols, wird schnell klar, dass vor rund zwei Jahren nicht nur ein enger Freund des früheren Betreibers Ralf Schuhmacher die Geschicke des Capitol übernommen hat, sondern auch ein Mensch mit einer besonderen Leidenschaft für den Film. Würker, der selbst unter anderem schon Filmfestivals organisiert und Dokumentationen produziert hat, will das Kino zu einem kulturellen Treffpunkt machen. „Wir haben den Kinosaal etwas verkürzt, um ein Foyer zu schaffen, das mit Theke und Sitzmöglichkeiten zum Verweilen vor und nach dem Film einladen soll“, erklärt Würker. Auch ganz ohne Kinoticket können Gäste ins Haus kommen und das Flair genießen. Der Umbau hat auf die Anzahl der Sitzplätze im großen Kinosaal aber kaum Auswirkungen. Auch künftig finden mindestens 120 Besucher Platz.

Ebenfalls neu ist ein zweites Foyer vor dem kleinen Kinosaal im ersten Obergeschoss, Büro- und Arbeitsräume für das sechsköpfige Mitarbeiterteam und eine barrierefreie Toilette für Menschen mit Behinderungen. Die umfangreichen Bauarbeiten sollen mehr Raum zur Begegnung schaffen, ohne dass der Charme des historischen Kinos verloren geht. Der Projektorraum für den großen Saal bekommt ebenfalls einen neuen Platz, was künftig eine noch bessere Projektion auf die Leinwand ermöglicht.

Was ebenfalls bleibt, ist das Programm. Ausgewählte sogenannte Blockbuster wie der aktuelle James Bond, der im Kino in Hann. Münden erfolgreich läuft, sollen auch weiterhin dazugehören. Der Schwerpunkt liegt aber auf Arthouse, Dokumentationen, deutschen Filmen und Filmkunst. Auch sollen Diskussionen und Theateraufführungen auf der Bühne vor der Leinwand möglich bleiben.

Finanziell ermöglicht wird der Umbau durch Fördertöpfe, etwa von „Hessenfilm und Medien“ sowie durch den Bund von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters – zudem durch die Kinoeigentümer der Capitol Kino Witzenhausen GbR um Ulrike Schuhmacher. Insgesamt wird so ein sechsstelliger Betrag investiert. „Vorausgegangen sind den Arbeiten zweieinhalb Jahre Fördergelder einsammeln, die alle auch fristgerecht wieder ausgegeben werden müssen“, erklärt Würker.

In den kommenden Jahren gibt es weitere Modernisierungsplanungen für das Capitol in Witzenhausen. „Ich glaube an die Kraft von Filmen auf der Leinwand“, sagt Würker. Und diese möchte er den vielen Gästen ab Anfang 2022 wieder präsentieren. (Konstantin Mennecke)

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