Alisa Holzhauer gewinnt Landeswettbewerb der Nachwuchs-Fleischereifachverkäuferinnen

Bayerns Beste bald in Hessisch Lichtenau hinter der Theke

Alisa Holzhauer präsentiert, flankiert von ihrem Freund Niklas Stieglitz (links) und  Carsten Neumeier (rechts) eine dekorativ zurecht gemacht Schinkenplatte.  
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Die Beste Bayerns: Alisa Holzhauer kam durch ihren Freund Niklas Stieglitz (links) erst mit dem Fleischerhandwerk in Berührung. Nun kommt die 27-Jährige als laut Urkunde „Landessieger“ im Beruf der Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk in Bayern zurück nach Nordhessen, um im Familienbetrieb von Fleischermeister Carsten Neumeier (rechts) in Hessisch Lichtenau-Walburg mitzuarbeiten.  

Bayern beste Nachwuchs-Fleischereifachverkäuferin kommt aus Hessen. Zudem hat Alisa Holzhauer eine familiäre Verbindung in den Hessisch Lichtenauer Ortsteil Walburg. In der dortigen Landfleischerei Neumeier will die 27-Jährige noch in diesem Jahr hinter der Theke stehen.

Walburg – Der Stiefsohn von Fleischermeister Carsten Neumeier ist „schuld“ daran, dass Alisa Holzhauer quasi Fleischsaft leckte und sich im Metzgerhandwerk wohlfühlt. Denn sie isst zwar gern Fleisch, kommt aber nicht aus einer Fleischerfamilie und hatte nach dem Ablegen des Abiturs ganz anderes im Sinne.

Zum Kennenlernen der Welt jettete sie nach Australien und studierte in Sydney an einer Fachhochschule Gastronomie- und Eventmanagement. Denn schon als Teenager arbeitete sie in einer Wirtschaft in ihrem Heimatort. Gastronomisch ging es in Australien weiter: Im Café eines Boutiquehotels in Darling Harbour entwickelte sie eine große Leidenschaft fürs Kaffeemachen und lässt sich als Barista anlernen. Später eignet sie sich auch in einer Rösterei weiteres Fachwissen in Sachen Kaffee-Zubereitung an.

Dann kam die schickhafte Begegnung mit Niklas Stieglitz, dem Sohn von Carsten Neumeiers Lebensgefährtin Bärbel Stieglitz. Den lernte Alisa, seit März 2018 zurück in Deutschland, in einem Fitnessstudio im Homberg/Efze kennen und lieben. Das Paar führt zunächst eine Fernbeziehung.

Alisas zweispaltiges Verhältnis zu dem Beruf Fleischer, den Niklas erlernt, schwand erst, als sie ihn an seiner Ausbildungsstätte in der Nähe von München besuchte, wie sie erzählt. Nun begann die heute 27-Jährige dort eine Ausbildung zur Fleischerfachverkäuferin, ebenfalls an den Hermannsdorfer Landwerkstätten, einem in Fachkreisen nicht unbekannten ökologischen Unternehmen für Ackerbau und Viehzucht sowie Herstellung und Vermarktung von frischen Lebensmitteln.

In Nürnberg, wohin das Paar im Sommer 2020 wechselt, schloss Alisa Holzhauer ihre Ausbildung ab – und wurde als Ausbildungsbeste Kammersiegerin in Mittelfranken. Das qualifizierte für den Landeswettbewerb, der coronabedingt in diesem Jahr nachgeholt wurde. Dabei sicherte sie sich ausgerechnet mit Fingerfood aus Meeresfrüchten den ersten Platz.

Das ist nun vor vier Wochen her. Und der Bundeswettbewerb ist wegen der Pandemie vorerst ausgesetzt.

Mittlerweile hat Alisa Holzhauer in der Metzgerei Hain in Malsfeld-Mosheim im Schwalm-Eder-Kreis noch den Metzgerberuf erlernt, derzeit unterzieht sie sich an der Meisterschule in Augsburg den Prüfungen als Fleischermeisterin. Das Ergebnis gibt es im Dezember, sie ist sehr zuversichtlich.

Schließlich will sie als Meisterin ab Dezember in der Metzgerei Neumeier mithelfen – hinter der Theke. Denn, wie die 27-Jährige sagt, sie arbeite gern mit Menschen und mit Lebensmitteln. So liebäugelt sie auch schon mit der Schau- und Eventküche, die erst vor wenigen Monaten eingerichtet wurde, und will im Catering neue Ideen einbringen.

Deshalb spricht sie auch von einem Vorurteil, dass sich die Aufgaben einer Fleischereifachverkäuferin auf Wurst aufschneiden und Fleisch verkaufen beschränke.

Der Beruf sei interessant und vielfältig, man dürfe beispielsweise auch Platten zusammenstellen, auch Büfett mit Fingerfood gehöre dazu. Eher mangele es daran, dass der Beruf nicht so anerkannt werde, weshalb in dem Bereich mittlerweile der Nachwuchs fehle. Wenn ihre (Erfolgs-)Geschichte etwas zum Positiven ändern würde, Alisa Holzhauer würde das sehr freuen. (sff)

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