Drei Stadtverordnete gehen mit Freien Wählern in die Kommunalwahl

Beben in der CDU von Bad Sooden-Allendorf

Das Fachwerk-Rathaus von Bad Sooden-Allendorf zeigt sich mit seinen beleuchteten Fenster als riesiger Adventskalender
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In der Rathausfraktion der CDU geht es offensichtlich nicht sehr harmonisch zu. Unser Archivbild zeigt das Rathaus in Allendorf im Dezember mit seinen beleuchteten Fenster als riesiger Adventskalender.

Paukenschlag in Bad Sooden-Allendorf: Zur Kommunalwahl am 14. März werden drei amtierende Stadtverordnete der CDU sich auf der Liste der Freien Wählergemeinschaft (FWG) um ein Mandat im Parlament bemühen. Das bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung der Fraktionsvorsitzende Lorenz Faßhauer.

Bad Sooden-Allendorf – Demnach treten jetzt für die FWG Dorothee Junkermann, Stefan Heuckeroth-Hartmann und Steffen Hottenroth an, offenbar wegen unüberbrückbarer Gegensätze zu Stadtverband und Fraktion der Union.

Was konkret das Beben in der Badestädter CDU ausgelöst hat, wollte Faßhauer weder sagen, noch kommentieren, „um kein Öl ins Feuer zu gießen“. Dennoch gab er einen Hinweis: „Wenn man engagierte Leute fallen lässt, darf man sich nicht wundern, dass sie sch anders orientieren.“ Lange Zeit sei man einen Weg miteinander gegangen.

„Wenn man dann aber merkt, dass es wegen unterschiedlicher Ansichten nicht mehr geht, dann muss man sich mit Anstand voneinander trennen“, begründete Dorothee Junkermann ihren Schritt, ohne ins Detail gehen zu wollen.

„Wir möchten für die Stadt das Beste erreichen, soweit das möglich ist“, sagte die langjährige Vorsitzende des Finanzausschusses, die diese Aufgabe erst vor Kurzem abgegeben hatte. Im Verlauf der letzten Monate hätten Gespräche zu dem jetzigen Ergebnis geführt, ergänzte Junkermann, die in der CDU nach wie vor ihre politische Heimat sieht.

Dort sieht sich auch Stefan Heuckeroth-Hartmann politisch verwurzelt. Seit 45 Jahren gehört er der Union an, hegt allerdings Zweifel, ob die Statuten der CDU auch in Zukunft eine Mitgliedschaft erlaubten.

Mit der Entscheidung, für die FWG zu kandidieren, habe man lange gerungen und wolle auch jetzt „keine schmutzige Wäsche waschen“. „Uns geht es ausschließlich darum, die Stadt nach vorn zu bringen“, unterstrich Heuckeroth-Hartmann.

Den Schritt seiner (Noch-)Kollegen bedauerte CDU-Fraktionschef Georg von Lüninck. Offensichtlich hätten sich die Drei in der Fraktion nicht mehr wohl gefühlt. Er könne sich wohl vorstellen, warum, wolle dazu aber nichts sagen. Ein Parteiausschlussverfahren sei theoretisch zwar möglich, er selbst werde sich dafür aber nicht verwenden.

Mit ihrer Entscheidung stellen sich die drei CDU-Parlamentarier direkt gegen Bürgermeister Frank Hix (CDU), der am 14. März in der Direktwahl um seine Bestätigung kämpft. Neben SPD, Grünen und FDP favorisiert nämlich auch die FWG Hix’ Gegenkandidatin Sandra Rhenius-Thimm.

Unterdessen gab Lorenz Faßhauer schon mal die Ziele aus: Die FWG wolle ihre Sitze – drei im Parlament, einer im Magistrat – „verdoppeln“. (zcc)

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