Wirtschaftsminister Al-Wazir meldet Bedenken an Entscheidung an

Suedlink-Trasse durch Werra-Meißner-Kreis: Auch vom Land kommt Kritik 

Protest entlang der Trasse: An gut sichtbaren Stellen weist die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink mit Plakaten – hier an der Zufahrt zum Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ellershausen – darauf hin, dass die Menschen die Megastromleitung hier nicht haben wollen.
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Protest entlang der Trasse: An gut sichtbaren Stellen weist die Bürgerinitiative Werra-Meißner gegen Suedlink mit Plakaten – hier an der Zufahrt zum Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Ellershausen – darauf hin, dass die Menschen die Megastromleitung hier nicht haben wollen.

Die Entscheidung der Bundesnetzagentur, dass der Trassenkorridor für die Suedlink-Megastromleitung auf 60 Kilometer den Werra-Meißner-Kreis zerschneidet, wird vielfach beklagt. Auch aus Wiesbaden kommen kritische Töne.

Werra-Meißner – Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNA), dass der Trassenkorridor der Suedlink-Megastromleitung durch den Werra-Meißner-Kreis führen muss, ist auch Hessens Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Grüne) offenbar nicht einverstanden.

Einer Pressemitteilung aus seinem Ministerium zufolge dringt Al-Wazir „weiter auf fachliche Kriterien bei der Planung“ der Stromtrasse. Dieser Korridor erfordere eine Vielzahl von Bohrungen, etwa zur mehrfachen Unterquerung der Werra, macht er deutlich und betont: „Vergleichbare technische Herausforderungen bestehen aus unserer Sicht bei dem ursprünglich beantragten, weiter östlich durch Thüringen verlaufenden Trassenkorridor nicht.“

Der Minister erinnert der Mitteilung zufolge daran, dass das Land Hessen frühzeitig gegenüber der BNA Zweifel an der technischen und naturverträglichen Realisierbarkeit im Werra- und Wehretal geäußert habe. „Diese Bedenken konnten bisher aus unserer Sicht weder die Vorhabenträger noch die Bundesnetzagentur endgültig ausräumen.“ Er fordert, dass der Verlauf neuer Stromleitungen nach nachvollziehbaren fachlichen Kriterien festgelegt werden muss. „Nur dann wird eine Stromtrasse Akzeptanz finden und auch rechtlich Bestand haben.“

Zugleich lässt Al-Wazir keinen Zweifel daran, „dass das Gleichstromvorhaben Suedlink zur Sicherstellung der Versorgung und zur Umsetzung der Energiewende notwendig ist“.

In der ausführlichen Begründung ihrer Entscheidung weist die BNA darauf hin, dass jedes betroffene Bundesland – in dem Fall neben Hessen auch Niedersachsen und Thüringen – innerhalb eines Monats Einwendungen erheben kann, auf die die Behörde wiederum binnen eines Monats Stellung nehmen muss. Ob die Bundesländer diese Gelegenheit wahrnehmen, ist noch nicht bekannt. (sff)

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