Jung und Alt im Blick

Witzenhausen darf sich offiziell „Familiengerechte Kommune“ nennen

 Hauptamtsleiter Michael Zimmermann, Gleichstellungsbeauftragte Katja Eggert und Bürgermeister Daniel Herz mit dem Logo und dem Zertifikat zur „Familiengerechten Kommune“.
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Der rote Wirbel wirbt künftig für Witzenhausen: Hauptamtsleiter Michael Zimmermann (von links), Gleichstellungsbeauftragte Katja Eggert und Bürgermeister Daniel Herz mit dem Logo und dem Zertifikat zur „Familiengerechten Kommune“.

Die Stadt Witzenhausen darf sich nun offiziell „Familiengerechte Kommune“ nennen. Der bundesweit tätige Träger-Verein hat jetzt die Zielvereinbarung geprüft und das Zertifikat vergeben.

Witzenhausen – Drei Jahre lang darf die Kirschenstadt damit werben, die Belange von Menschen aller Altersklassen besonders im Blick zu haben – dann wird überprüft, ob die Zertifizierung verlängert werden kann, weil die Ziele umgesetzt worden sind. Dazu gehört, künftig bei jeder Entscheidung der Verwaltung und der Politik zu hinterfragen, ob die Belange von Familien ausreichend berücksichtigt worden sind, so Gleichstellungsbeauftragte Katja Eggert – so wie seit 2019 eigentlich stets geprüft werden muss, ob das Thema Klima genug einbezogen wird, seit Witzenhausen Klima-Kommune ist. „Das ist eine neue Kultur, die wir alle, auch die Politik, miteinander einüben müssen“, so Eggert.

Doch wer gehört zu einer Familie? Vater, Mutter, Kind? Großeltern? Was ist mit Geschiedenen oder Patchwork-Familien? „Darüber haben wir lange diskutiert“, sagt Hauptamtsleiter Michael Zimmermann. Das Ergebnis: „Familie ist da, wo Menschen sich geborgen fühlen und zu Hause sind; wo sie füreinander sorgen und sich gegenseitig unterstützen.“

Um das Siegel zu bekommen, hatte die Stadtverwaltung mit Bürgern, Vertretern von Vereinen, Uni, Kirchen, Schulen, Kitas und Politik eine Bestandsaufnahme erstellt. Ergebnis: Es gibt bereits viele Angebote für Familien, etwa für Kinderbetreuung, Bildung und Senioren.

Dennoch könnte einiges besser funktionieren, sagt Eggert. Die Menschen wünschten sich mehr Transparenz und Beteiligungsmöglichkeiten. Als Beispiel nennt Bürgermeister Daniel Herz die Ferienangebote für Kinder und Jugendliche: Stadt, Uni, Kirchen und Vereine bieten zwar viel an, doch weder gibt es bisher eine Übersicht, noch kann man sich zentral anmelden. Der Zugang zu Beratungsangeboten und Informationen rund um Bildung und Betreuung soll leichter werden. Auch müsse man besser erklären, wo die Stadt Handlungsspielräume hat (etwa bei der Zahl der Kita-Plätze) und wo zum Beispiel der Kreis zuständig sei (etwa beim Schulessen), sagt Eggert. Zudem wollten sich viele Familien bei Bauprojekten mehr einbringen. Das sei bei der Marktplatzumgestaltung deutlich geworden.

Insgesamt wartet viel Arbeit auf die Mitarbeiter im Rathaus, wo weitere Programme mit ähnlichen bürgernahen Zielen zur Stadtentwicklung angesiedelt sind – wie der Stadtumbau, „Witzenhausen 2030“ oder die „Wirtschaftsförderung 4.0“. Das Projekt „Age4Health“ für Senioren läuft zum Jahresende aus. Zudem gibt es das Programm „Kinderfreundliche Kommune“, das die Rechte und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen umsetzen will. Hier kooperiert die Stadt mit dem Verein La.Le.Schu.

Herz räumt ein: „Es reicht langsam mit Titeln. Noch können wir das im Rathaus bewältigen, wir stoßen aber an Grenzen.“ Künftig müsse die Arbeit an all diesen Programmen besser ineinandergreifen, um Synergien nutzen zu können. (fst)

Kontakt und Infos

Katja Eggert, Tel. 0 55 42/ 50 81 05, E-Mail: Katja.Eggert@witzenhausen.de

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