Gesundheitsamt kommt kaum hinterher

Landkreis ermahnt: Bei positiven Coronatests selbst Quarantäne einleiten

Mann in Corona-Testzentrum
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Die Coronavirus-Infektionen steigen seit Anfang Herbst. Die Gesundheitsämter geraten an ihre Grenzen

Das Gesundheitsamt im Werra-Meißner-Kreis arbeitet mit Hochdruck an der Kontaktnachverfolgung bei Coronafällen. Positiv Getestete müssen dabei auch helfen, stellt der Kreis klar.

Werra-Meißner – Wer ein positives Testergebnis auf eine Corona-Infektion erhält, ist verpflichtet, sich sofort für 14 Tage in Quarantäne zu begeben und sich beim Gesundheitsamt zu melden. Das gilt auch für alle Personen, die mit der Betroffenen in einem Haushalt leben. Darauf weist der Werra-Meißner-Kreis hin und nennt als Rechtsgrundlage § 3a der Ersten Corona-Verordnung des Landes Hessen.

Soll heißen: Wer - etwa vom Arzt oder einem Testzentrum - ein positives Testergebnis erhält, darf nicht warten, bis das Ergebnis von dort an das Gesundheitsamt übermittelt wird und dieses offiziell eine Quarantäne anordnet. Um Zeit zu sparen und andere Menschen zu schützen, müssen sich Betroffene sofort selbst isolieren. Hintergrund ist die hohe Arbeitsbelastung in den Gesundheitsämtern, durch die es zu Zeitverzögerungen bei den Quarantäneanrufen kommen kann.

Betroffene, die einen positiven Test erhalten, sollten in einer formlosen E-Mail (gesundheitswesen@werra-meissner-kreis.de) alle Kontaktdaten (Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer) auflisten. Nur wer keine E-Mail senden könne, dürfe die Angaben telefonisch übermitteln (Tel. 0 56 51/ 30 22 52 00), sagt Kreissprecher Jörg Klinge. „Hierbei ist zu beachten, dass eine telefonische Erreichbarkeit wegen der hohen Arbeitsbelastung nicht jederzeit sofort gewährleistet ist.“

Das Gesundheitsamt werde die Betroffenen dann kontaktieren, weitere Kontaktpersonen ermitteln und bei Bedarf weitere Schritte veranlassen. Da die Laborkapazitäten zur Auswertung der Coronatests ausgelastet sind, soll nur von Personen mit Symptomen ein Abstrich genommen werden. „Bei asymptomatischen Betroffenen erfolgt nur noch im Einzelfall nach ärztlicher Risikobewertung ein Abstrich.“ Das Robert-Koch-Institut habe seine Vorgaben entsprechend geändert.  (fst)

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