Berufsschulleiterin Elisabeth Franz im Interview

Neue Leiterin: Elisabeth Franz engagiert sich schon seit 23 Jahren an den Beruflichen Schulen Witzenhausen. Foto: Forbert

Anfang des Monats wurde Elisabeth Franz in ihr Amt als Leiterin der Beruflichen Schulen Witzenhausen eingeführt. Sie übernimmt die Aufgabe von Bernd Funk, der in den Ruhestand ging.

Wir sprachen mit der 57-Jährigen über ihre Pläne.

Frau Franz, wie fühlen Sie sich so als neue Chefin dieser großen Schule? 

Elisabeth Franz: Ich fühle mich gut vorbereitet. Mir war seit einem halben Jahr bekannt, dass ich diese Stelle übernehmen kann. Das habe ich genutzt, mich auch mit Unterstützung von Herrn Funk in die vielfältigen Aufgaben einzuarbeiten. Trotzdem: Es ist eine große Aufgabe und ich brauche auch noch einige Zeit, um richtig anzukommen.

War die Leitung einer großen Schule Ihr beruflicher Wunschtraum? 

Franz: Nicht von Anfang an. Das Unterrichten hat mir immer viel Spaß gemacht. Von Anfang an war ich Lehrerin mit Begeisterung. Das Organisieren und Managen hat mir in den 25 Jahren als Lehrerin dann auch viel Spaß gemacht. Deshalb habe ich auch Funktionen übernommen und war Fachvorsteherin und Abteilungsleiterin über viele Jahre. Da habe ich festgestellt, dass mir das liegt.

Was packen Sie jetzt als erstes an oder haben es gar schon angepackt? 

Franz: Also, ich bin ein Team-Player. Denn gemeinsam verfügt man über mehr Potenzial und erreicht viel mehr. In der neuen Funktion habe ich die Möglichkeit, an verantwortlicher Stelle gestalterisch tätig zu sein. Jetzt arbeiten wir weiter an unserer guten Unterrichtsqualität und bilden uns weiter fort. Mir ist es wichtig, die Mitarbeitergespräche zu fördern. Über diese Gespräche und Zielvereinbarungen kann dann relativ genau abgesprochen werden, was als nächstes anliegt.

Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger, wo wird Ihre Handschrift zu sehen sein? 

Franz: Ich möchte an unserer Schule die Feedback-Kultur stärken. Herr Funk hat damit begonnen, ich will auf jeden Fall an ihr weiterarbeiten. Ich finde es ganz wichtig, dass wir uns regelmäßig ein Feedback holen. Denn wir sind eine Schule, die mit Eltern, mit Betrieben, mit unterschiedlichsten Institutionen zusammenarbeitet.

Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt? 

Franz: Eine echte Herausforderung sind unsere neuen „Intea“-Klassen mit vielen Flüchtlingen (Programm für junge Seiteneinsteiger - Flüchtlinge, Spätaussiedler und Zuwanderer - zur Sprachförderung und allgemeinen und beruflichen Bildung, Anm. der Red.). Zum Halbjahr haben wir schon die zweite Klasse eingerichtet und werden noch eine weitere Klasse aufmachen. Es ist wichtig, dass diese Klassen, in denen vor allem männliche Flüchtlinge sind, in unsere Schulgemeinde integriert werden. Wir wollen gemeinsame Projekte machen mit Schülern, die schon an unserer Schule sind, damit die Flüchtlinge auch wirklich hier ankommen.

Was ist Ihnen sonst noch sehr wichtig? Franz: Mir ist auch wichtig, dass wir als Schule als Bildungspartner in der Region sehr aktiv sind. Das heißt, wir arbeiten intensiv mit der Johannisbergschule, auch mit der Grundschule in Witzenhausen haben wir Projekte. Ich sehe es als eine meiner Aufgaben an, mich in der Region zu vernetzen und dieses Netzwerk, zu dem auch die Uni und die Stadt Witzenhausen gehören, aufrecht zu erhalten.

Wird sich die Schule in nächster Zeit verändern? 

Franz: Schule ändert sich ständig. Das ist ja auch die besondere Herausforderung und es macht auch Spaß, daran mitzuwirken. Wir haben eine neue Schulform beantragt, die Fachrichtung Pädagogik. Ziel ist, das Angebot für unsere Schüler attraktiv zu halten. Außerdem machen wir, wenn alles klappt, im Sommer unser neues naturwissenschaftliches Zentrum auf, um auch unsere Mint-Aktivitäten (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik, Anm. d. Red.) zu stärken und auszubauen.

Es finden schon viele nicht schulische Veranstaltungen bei Ihnen statt. Wird sich die Schule noch stärker öffnen? 

Franz: Ja. Wir haben mit der Fachschule für Sozialpädagogik schon eine Schulform, die für Erwachsene geöffnet ist - da gibt es keine Altersbegrenzung. Ich denke, dass sich Schule in diese Richtung auch öffnen sollte - also als Weiterbildungs-Einrichtung.

Wie lautet eigentlich Ihr Lebensmotto?

Franz: In der Ruhe liegt die Kraft.

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