Stadt will einen Bauernhof-Kindergarten einrichten

Werden Kinder in Großalmerode bald bei Schafen und Ziegen betreut?

Der Flachdachkindergarten an der Roten Schule in Großalmerode (Rückansicht)
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Abreißen oder nicht abreißen? Diese Frage zum Flachdachkindergarten an der Roten Schule in Großalmerode wollen die Stadtverordneten im Juli beantworten. Vorher soll sich die Baukommission das Gebäude anschauen.

Die Zahl der Waldkindergärten im Werra-Meißner-Kreis nimmt stetig zu. Aber einen Kindergarten auf einem Bauernhof gibt es in der Region nicht – noch nicht. In Großalmerode wird sich die Stadt demnächst konkret Gedanken machen, eine solche Einrichtung kurzfristig zu schaffen.

Großalmerode – Für einen Wald- und auch einen Bauernhofkindergarten sei nicht viel Ausstattung erforderlich, ein Bauwagen und eine Bio-Toilette beispielsweise und eine Bodenplatte als Untergrund für den Bauwagen. So hat es Bürgermeister Finn Thomsen in der Vorlage für die Stadtverordneten ausgeführt, die in ihrer Sitzung am Donnerstagabend im Rathaussaal über die Entwicklung der Kinderbetreuung in den nächsten Jahren berieten.

Auch ein Standort für einen Bauernhofkindergarten wäre bereits gefunden: Dazu böte sich das Gut Giesenhagen, ein Biobetrieb mit Schwerpunkt Schaf- und Ziegenhaltung in Sichtweite zum Kaufunger Wald, an. Einzige Einschränkung bei einer solchen Idee: Ganztagsbetreuung ist in einem Wald- oder Bauernhofkindergarten nicht möglich, sechs Stunden sind das Limit.

Mit einem einstimmigen Beschluss gaben die Stadtverordneten grünes Licht, diese Idee weiterzuverfolgen. Damit war auch der Antrag der SPD-Fraktion erfüllt, das Errichten von Waldkindergärten als alternative Betreuungsmöglichkeit in der Stadt zu prüfen und von ihr deshalb schon zu Beginn der Sitzung zurückgezogen worden.

Außerdem soll, so wurde beschlossen, der Anbau an den Kindergarten in Rommerode mit Eröffnung möglichst zum Kindergartenjahr 2024/25 weiterverfolgt werden. Dies soll ebenso wie der Anbau an die Kita in Laudenbach (Eröffnung zum Kita-Jahr 2022/23) für ein größeres Angebot an Betreuungsplätzen sorgen.

Und in dem Zusammenhang wurde auch über den Abriss des alten Flachdach-Kindergartens hinter der Roten Schule in Großalmerode diskutiert. Am Ende einigten sich die Stadtverordneten, dass die Baukommission den Zustand des Gebäudes zunächst unter die Lupe nimmt, bevor dann Vor- und Nachteile eines Abbruchs gegenüber einer Sanierung zwecks Weiterbetreiben abgewogen werden sollen.

Die Entscheidung soll in der Parlamentssitzung Mitte Juli fallen, dann will die Stadt für den Abriss Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West von fast 72 Prozent dafür erhalten, müssen bis November sämtliche Aufträge erteilt werden und die Arbeiten bis Ende 2022 abgeschlossen sein, wie Bürgermeister Thomsen deutlich machte.

Zudem beabsichtigt Hessisch Lichtenau, den Flachdachkindergarten noch ein weiteres Jahr zu nutzen. Darüber werde derzeit noch verhandelt, so Thomsen. Sollte deshalb aber die Förderung des womöglichen Abrisses verloren gehen, so die Forderung von SPD-Fraktionschef Steffen Prauß, müsse die Nachbarstadt dafür die finanzielle Deckung übernehmen. (sff)

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