Auch wegen Körperverletzung angeklagt

Beutezüge in Witzenhausen und Kassel: Serien-Ladendieb vor Gericht

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Beutezüge in Witzenhausen und Kassel: Serien-Ladendieb vor Gericht

Wegen 33 Ladendiebstählen in Witzenhausen und Kassel steht seit Montag ein 24-jähriger Mann aus Somalia vor dem Kasseler Landgericht.

Gewerbsmäßig sind zahlreiche der Diebstähle, weil der Angeklagte das Diebesgut in einer Gemeinschaftsunterkunft in Witzenhausen oft an einen Tunesier weiterverkaufte, um so Geld für seinen Kokainkonsum zu erhalten.

In Witzenhausen waren es laut Staatsanwalt Dietrich Filialen von Aldi, Lidl und Tegut, in denen der Angeklagte oft geringwertige Lebensmittel, Bier und Schnaps gestohlen haben soll.

Im Witzenhäuser Herkules-Markt etwa war er nach dem Diebstahl von zwei Flaschen Bier erwischt worden. Er stieß eine Verkäuferin zur Seite, schnappte seinen Rucksack und lief davon, verfolgt von einem Mitarbeiter. Als der ihn auf dem Parkplatz einholte, zerschlug der Somalier laut Anklage eine Bierflasche und bedrohte den Verfolger mit dem abgebrochenen Flaschenhals.

Er griff auch die Betreuer in der Unterkunft an

In der Gemeinschaftsunterkunft in Witzenhausen war er bei einer anderen Gelegenheit mit einem Betreuer in Streit geraten und hatte den, eine Schere in er Hand, „zum Kampf“ aufgefordert. Der Betreuer allerdings rief die Polizei.

Bei den 33 zwischen Juni 2018 und Januar 2019 verübten Taten in Witzenhausen und Kassel erbeutete der Mann in Parfumgeschäften, Drogerien und Bekleidungsboutiquen in Kassel sehr teure Parfums und Kleidung im Gesamtwert von rund 6650 Euro.

Oft hatte er die Beute in einen mit Aluminium ausgekleideten Rucksack verpackt, um die Diebstahlsicherung der Geschäfte zu überlisten. Das freilich gelang wohl nicht allzu oft, wie die hohe Anzahl von Straftaten ausweist, bei denen der Mann ertappt wurde. 

Vor Richter Gerd Rinninslands 11. Strafkammer zeigte sich der schlanke, hochgewachsene Mann gestern sichtlich beeindruckt vom Prozess. Den Mund weit offen und mit angstvoll durch den Saal irrenden Augen verfolgte er die Verhandlung.

Die ihm vorgeworfenen Straftaten räumte er alle ein, soweit er sich daran erinnern konnte.

Bei manchen Beutezügen in Kassel bei Douglas, der Galeria Kaufhof und den Drogerien Müller oder Rossmann hatte er Parfum für bis zu 800 Euro eingesackt. Ob er stets gezielt besonders teuere Parfums ausgewählt hätte, fragte ihn Vorsitzender Richter Rinninsland. „Das ist doch alles teuer, was da liegt“, antwortete der Somalier über seine Dolmetscherin.

Anklage auch wegen Körperverletzung

Weil er sich heftig mit Tritten, Schlägen und dem Vorhalten eines Messers wehrte, wenn er bei seinen Diebeszügen vom Verkaufspersonal gestellt wurde, ist der somalische Asylbewerber aus Witzenhausen auch wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Nötigung angeklagt. 

Bis zum 19. September sind noch drei weitere Verhandlungstage geplant, 53 Zeugen sollen gehört werden.

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