Weiße Pracht extrem früh

Witzenhäuser Kirschen sind kurz vor dem Erblühen

Seit Freitag blüht es auf der Versuchsplantage oberhalb von Wendershausen, wie ihr Leiter Diplom-Agraringenieur Eberhard Walther hier an einem Knorpelkirschbaum der Sorte Lapins zeigt. Von der ersten Kirschblüte spricht er aber noch nicht, die gebe es wohl am 10. April – auch noch ein extrem früher Termin für den Beginn der weißen Pracht im Werratal. Foto: Forbert

Witzenhausen. Es wird zwar nicht die früheste erste Blüte aller Zeiten in Witzenhausen, aber die Kirschen sind in diesem Jahr schon extrem weit in ihrer Entwicklung.

Das berichtet Obstbaum-Experte Eberhard Walther, der beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Kassel Gartenbauberater ist und den Süßkirschenversuchsbetrieb in Wendershausen leitet.

Mit dem plötzlichen starken Wärmeeinbruch am Donnerstag bekamen nicht nur die Kirschbäume einen heftigen Entwicklungsschub. So entdeckte Walther am Freitag auf der Versuchsplantage oberhalb die ersten geöffneten Knospen. Von der ersten richtigen Kirschblüte spricht der Diplom-Agraringenieur aber noch nicht. Die werde definiert, wenn ein Drittel aller Kirschbäume im Werratal von der weißen Pracht belegt ist. Nichtsdestotrotz werde es eine sehr frühe Blüte geben, sagt Walther. Als Datum dafür geht er nach derzeitiger Witterungslage vom 10./11. April bei den Frühsorten aus. Üblich ist die erste Kirschblüte um den 20. April. Mit der Vollblüte kann laut Walther eine gute Woche später gerechnet werden.

Schon 1974, 1981 und 1988 gab es den Blühbeginn am und um den 10. April. Und 2014 kam es zur allerfrühesten richtigen Blüte bei der Sorte „Cassins Frühe“: am 31. März.

So ganz recht ist dem Experten die frühe Blüte nicht: Die möglichen Nachtfröste im April bereiten ihm Sorgen, die die Blüten schädigen und zu Ernteeinbußen führen können. Durch die jetzt wieder kühlere Witterung verlangsame sich die Entwicklung derzeit aber. Zudem treibt Walther die Trockenheit seit dem Spätherbst um: „Wir brauchen Regen.“ Allerdings, schränkt er ein, sollte es möglichst nicht während der Blütezeit regnen, weil das wiederum den Befall mit Pilzen fördert - was sich letztlich negativ auf den Ertrag an Früchten auswirkt. 2016 gab es laut Walther eine normale und lang anhaltende Blüte und eine durchschnittliche Ernte.

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