Brände im Herkules- und Tegut-Markt verunsichern die Witzenhäuser

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Feuerwehr im Einsatz: Im Herkules-Markt an der Bischhäuser Aue hat es in der Hygiene-Abteilung gebrannt. Durch die Sprinkleranlage lief Wasser durch die Decke zum Baumarkt im Untergeschoss.

Witzenhausen. Nur fünf Tage liegen zwischen den Bränden im Tegut-Markt an der Werra-Brücke und im Herkules-Markt an der Bischhäuser Aue.

Zahlreiche Einkäufer aus Witzenhausen und Umgebung sind geschockt und skeptisch zugleich. „Das ist doch alles sehr komisch. Es scheint ja reihum zu gehen mit diesen Bränden. Ich gehe stark davon aus, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter handelt“, sagt Horst-Rainer Kuckuck aus Unterrieden. Angst vorm Einkaufen hat er trotzdem nicht. „Es kann ja überall passieren. Davor kann man sich gar nicht schützen“, fügt Kuckuck hinzu.

Die Kunden, die zum Zeitpunkt des Brandes am Dienstagabend im Herkules-Markt vor Ort waren, haben ihre Einkäufe laut Claus Demandt, Wehrführer der Feuerwehr Witzenhausen, zum Teil sogar auf den Förderbändern liegen lassen und das Center so schnell wie möglich verlassen.

Von blanker Panik war am Mittwoch vor Ort nichts mehr zu spüren. Der Baumarkt im Erdgeschoss war bereits wieder geöffnet und einige Kunden wussten noch gar nichts von dem Vorfall. Aber Verunsicherung und Misstrauen stand so manchen Besuchern der Witzenhäuser Supermärkte trotzdem deutlich ins Gesicht geschrieben. „Da schaltet man das Radio ein und hört plötzlich, dass es schon wieder in einem Geschäft gebrannt hat. Bei mir im Kopf ist das noch gar nicht richtig angekommen“, sagt Inge Krischke aus Witzenhausen, die den großen Supermarkt eher selten ansteuert, weil er so weit außerhalb liegt. Ihrer Meinung nach seien große Läden für Vorfälle dieser Art sowieso anfälliger als kleine. Ihre Freundin Roswitha Goldmann fügt hinzu: „Beide Brände haben sich kurz vor Ladenschluss ereignet. Das ist ja schon ziemlich offensichtlich.“

Untere Etage geöffnet: Im Baumarkt des Herkules-Marktes können die Witzenhäuser seit gestern wieder einkaufen.

Eine Passantin aus Wendershausen, die am Mittwoch in der Bau-Abteilung des Herkules-Marktes einkaufte, hat ein mulmiges Gefühl: „Ich habe Angst, dass so etwas jetzt immer wieder passiert. Erst im Tegut-Markt und jetzt im Herkules-Markt - was soll denn als Nächstes kommen?“

Eine Mitarbeiterin vom Lidl am Laubenweg in Witzenhausen sagt: „Wir sind alle dazu angehalten, die Augen offen zu halten. Mehr können wir aber nicht tun. All unsere Mitarbeiter wissen, was im Falle eines Brandes zu tun ist.“

Zu den Fragen, wann der komplette Herkules-Markt wieder öffnet, wie hoch der Schaden tatsächlich ist und wie sich die Aufräumarbeiten gestaltet haben, wollte die Geschäftsleitung des Herkules-Marktes in Melsungen keinerlei Aussagen geben.

Die Feuerwehr in Witzenhausen ist laut Demandt mittlerweile sensibilisiert und mehr Einsatzkräfte würden sich zur Verfügung stellen, um im Notfall ausrücken zu können. Seit Anfang des Jahres musste die Feuerwehr über 30-mal eingreifen. Diese Zahl wurde im vergangenen Jahr erst im Mai erreicht.

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