Brücke in Ellingrode ist endlich fertig

Noch ohne Geländer: Ein Bauzaun schützt derzeit die Nutzer der Brücke, weil die zuständige Baufirma diesen Auftrag noch nicht ausführen konnte. Das Metallgeländer soll aber demnächst installiert werden, hieß es beim Ortstermin. Unser Bild zeigt Vertreter von Stadtparlament und Magistrat mit Ortsvorsteher Martin Knobel (3. von links), daneben Anlieger Frank Theune, Bauamtsleiter Bernd Westermann sowie dessen Mitarbeiter Werner Fischer (ganz rechts). Foto: Steensen

Ellingerode. Das Autofahren in Ellingerode wird einfacher: Denn seit Mittwoch ist die umstrittene Brücke über den Wilhelmshäuser Bach an der Kirchstraße wieder für den Verkehr freigegeben - ohne Gewichtsbeschränkung.

Eigentlich hatte sie bereits 2015 erneuert werden sollen, aber zähe Grundstücksverhandlungen führten dazu, dass die Bauarbeiten erst im April beginnen konnten.

Die Stahlkonstruktion der alte Brücke aus dem Jahr 1945 hatte so starke Schäden aufgewiesen, dass ein Ersatzneubau nötig wurde. Insgesamt kosten Abriss und Neubau rund 300 000 Euro, über das Gemeindeverkehrsfinanzierunggesetz (GVFG) erhielt die Stadt Witzenhausen Fördermittel in Höhe von 138 700 Euro.

Wer die neue Brücke von der Kirche aus ansteuert, dem wird auffallen, dass sie etwa 1,70 Meter weiter den Bach hinab steht und dass der Gehweg auf der rechten Seite verbreitert ist. Nötig wurde das, nachdem monatelange Verhandlungen um Nutzungsrechte zwischen Anlieger Reinhard Wilhelm und der Stadt im Dezember 2015 scheiterten. Wilhelm kritisierte unter anderem, dass er nur zufällig bei einer Ortsbeiratssitzung von dem Neubau erfahren habe. In die Planungen sei er nicht einbezogen worden, obwohl die Brücke auf seinem Grundstück hätte verankert werden müssen. Stattdessen sei er mit einer fertigen Planung konfrontiert worden, Detailfragen seien nur unzureichend beantwortet worden.

Bauamtsleiter Bernd Westermann sagt dazu, dass es Missverständnisse zwischen Wilhelm und dem Bauamt gegeben hätte. Dennoch hätte der Auftrag für die Arbeiten im September 2015 vergeben werden dürfen, obwohl die Grundstücksverhandlungen noch nicht abgeschlossen waren. Mit der Baufirma sei bereits damals ein Baubeginn für April vereinbart worden. Da sich Wilhelm und die Stadt nicht einig wurden, trat letztlich die Familie Theune, der Grundstücke auf der anderen Bachseite gehören, ein Stück ihres Hofes ab. Die Brücke musste dann entgegen der ursprünglichen Planung verschoben werden. „Trotz der Umplanung liegen wir aber weiterhin im Kostenrahmen“, betont Westermann.

Bei der Verkehrsfreigabe gab es dann aber doch einen Moment der Versöhnung: Reinhard Wilhelm äußerte unter anderem den Wunsch, dass beim nächsten Projekt in Ellingerode die Anlieger der Brücke an der Weinbergstraße und der Ortsbeirat früher in die Planungen zum Brückenbau einbezogen werden sollten. Bauamtsleiter Westermann nahm das Friedensangebot an - und sagte zu, die Ellingeröder künftig besser einbeziehen zu wollen.

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