Anwohner sorgen sich um eine Belastung durch Lärm und Abgase

Großer Andrang bei Diskussion über Parkplatz an Stubenstraße

Witzenhausen. 30 Personen wollten bei der Bürgerversammlung mehr über die geplante Durchfahrt samt Parkplätzen vom DITSL-Parkplatz über eine Baulücke zur Stubenstraße erfahren.

Mit diesem Andrang hatte Witzenhausens Bauamtsleiter Bernd Westermann nicht gerechnet.

Neben Grundstücksbesitzer Rainer Winkelhake und seiner Lebensgefährtin diskutierten Anwohner, Studierende und Bürger zwei Stunden lang engagiert, aber sachlich über das Projekt, nachdem Stefan Schlüter vom Planungsbüro „Stadtbau +“ (Kassel) den derzeitigen Stand erläutert hatte. Die wichtigsten Themen:

Ziele der Planung 

Der Verkehr vom DITSL-Parkplatz soll ohne Umweg abgeleitet werden und eine Parkplatzknappheit in diesem Altstadtbereich bekämpft werden, erklärte Stefan Schlüter. Die Stadt wolle zudem sicherstellen, dass die denkmalgeschützte Blockrandbebauung zwischen Steinstraße, Stubenstraße und DITSL-Parkplatz erhalten bleibt. Durch die Aufnahme des Grundstücks in den Bebauungsplan als Fläche mit öffentlicher Nutzung erwirbt die Stadt ein Vorkaufsrecht auf das Areal.

Parkplatz-Bedarf 

Die meisten Redner konnten keine Parkplatzknappheit in der Innenstadt erkennen - höchstens eine vermehrte Nachfrage nach kostenfreien Stellplätzen. Auch Westermann musste zugeben: „Die Nutzung des DITSL-Parkplatzes ist zurückgegangen, seit er gebührenpflichtig ist.“ Man müsste die Parksituation und deren Auswirkungen auf den Einzelhandel nochmals genauer betrachten, sagte er.

Lärm durch Abkürzung 

Anwohner und Studierende sorgen sich um eine Belastung durch Lärm und Abgase, falls Autofahrer aus dem östlichen Stadtgebiet die Durchfahrt als Abkürzung nutzen. Westermann betonte: „Die Stadt plant hier keine öffentliche Straße.“ Um das Abkürzen zu verhindern, könnte man den Parkplatz mit einer Schranke sichern, so dass man ihn nur mit Parkticket wieder verlassen könnte. Schlüter ergänzte, dass das Areal als Mischgebiet ausgewiesen sei, was höhere Emissions-Grenzwerte zulasse als in einem Wohngebiet.

Alternative Nutzung 

Der Bau eines Wohnhauses für Studierende und Senioren, die Nutzung der Fläche als Garten, Spielplatz oder Park waren weitere Vorschläge, mit denen vor allem Silvia Hable (Transition Town) für eine lebenswertere (Wohn-)Stadt warb. Westermann schloss solche Projekte nicht aus, betonte aber, dass die Stadt derzeit eben aufgrund des Verkehrskonzeptes von 2009 mit einer Verkehrsfläche plane.

Planungsstand 

Das Grundstück Stubenstraße 14 ist mit einer Veränderungssperre belegt, bis das Verfahren zur Bauleitplanung endet oder abgebrochen wird. Besitzer Winkelhake darf dort so lange keine grundlegenden Veränderungen vornehmen. Derzeit werde nur über eine Vorplanung diskutiert, betonte Westermann. Bei der Bauleitplanung soll die Meinung der Bürger einbezogen werden. „Öffentliche und private Belange müssen abgewogen werden.“ Er schloss nicht aus, dass die Stadt von ihren Plänen abrückt.

Mögliche Kosten 

Für Grundstückskauf und Bauarbeiten müsse man mit einer sechsstelligen Summe rechnen, so Westermann. Ein Quadratmeter Parkplatz koste rund 150 Euro.

Wie geht’s weiter? 

Die gesammelten Meinungen will Westermann im Bauausschuss vorstellen. „Das Schicksal des Plans liegt in den Händen der Stadtverordneten.“ Ob der Plan überhaupt Wirklichkeit werden kann, liegt in der Hand von Rainer Winkelhake. Da die Stadt ihn nicht enteignen will, müsste er sein Grundstück an die Stadt verkaufen. Auf die Frage, ob er das tun würde, sagte Winkelhake: „Nein!“ (fst)

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