Erneut Debatte im Ortsbeirat

Geplanter Rinderstall in Kleinalmerode: Bürger fühlen sich übergangen

Hier soll der Stall gebaut werden: Der neue Ortsvorsteher Roland Rörster mit Tochter Marlene zeigt auf einer Ruhebank am neu angelegten Premiumwanderweg P25 auf den benachbarten Standort des geplanten Rinderstalls mit Misthaufen und Güllebehältern am Schäferberg.
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Hier soll der Stall gebaut werden: Der neue Ortsvorsteher Roland Rörster mit Tochter Marlene zeigt auf einer Ruhebank am neu angelegten Premiumwanderweg P25 auf den benachbarten Standort des geplanten Rinderstalls mit Misthaufen und Güllebehältern am Schäferberg.

Seit die Kreisverwaltung eine Baugenehmigung für den umstrittenen Rinderstall erteilen will, macht sich in Kleinalmerode Ernüchterung breit. Das wurde am Donnerstag im Ortsbeirat deutlich.

Kleinalmerode – Bürgermeister Daniel Herz erklärte, warum die Stadt ihr Veto gegen das Stallprojekt zurückziehen musste: Nachdem Landwirt Uwe Zimmermann zugesagt hatte, die Erschließungskosten zu übernehmen, habe die Stadt keine rechtssichere Grundlage mehr für eine Ablehnung gehabt. Man sei überzeugt, dass die Stadt einen Prozess gegen Zimmermanns Anwalt Otto Baumann verlieren würde.

Die 20 Anwesenden konnten das Dilemma nachvollziehen. Kritik kam trotzdem: Ortsvorsteher Marko Werner war am 20. Mai nur nachträglich informiert worden. Im Brief der Stadt heißt es: „Es ist zu bedauern, dass damit die vorgebrachten Bedenken der Bürger von Kleinalmerode im Sinne rechtskonformer Entscheidung auf der planungsrechtlichen Ebene nicht durchsetzbar sind.“

Die Rechtslage sei nachvollziehbar, sagte Roland Rörster vom Ortsbeirat. Dennoch sei es schlechter Stil, die Betroffenen nicht zu informieren, bevor die Stadt ihre Haltung geändert und den Weg frei gemacht habe. „Für den Frieden im Dorf spielt das eine Rolle“, sagte er zu Herz. „Das Bild der Stadt im Dorf haben Sie so weiter verschlechtert.“ Man habe versucht, den Ortsbeirat zu unterstützen, betonte Herz. Der Magistrat habe viel diskutiert, man habe eine Rechtsberatung genutzt, aber keine Wahl gehabt.

Zudem diskutierten die Bürger, ob man den Stallbau doch stoppen könne – auch aus Sorge um negative Folgen für den Premiumweg. Ortslandwirt Peter Jatho berichtete, dass Zimmermann vorab zu einem Gebietstausch auf ein weniger prominentes Grundstück bereit gewesen sei, das aber am anderen Eigentümer scheiterte. Herz bot an, die Argumente der Bürger noch einmal mit Bau-Dezernent und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann zu besprechen.

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