Bürgerentscheid ist das Ziel

Bewohner wollen mit Unterschriften Bauwagenplätze rund um Witzenhausen retten

Hoffen auf Bürger: Auf dem Marktplatz startete die Interessengemeinschaft Wagenleben ihre Unterschriftenaktion. Um den Unterstützern etwas zu bieten, gab es gegen eine Spende auch Crepes und Galletes.
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Hoffen auf Bürger: Auf dem Marktplatz startete die Interessengemeinschaft Wagenleben ihre Unterschriftenaktion. Um den Unterstützern etwas zu bieten, gab es gegen eine Spende auch Crepes und Galletes.

Seit Mittwochnachmittag läuft eine Unterschriftensammlung zum Erhalt der Bauwagenplätze rund um Witzenhausen. In der ersten Stunde trugen sich bereits rund 50 Unterstützer in die Listen ein.

Witzenhausen – Die Unterschriftenlisten liegen mittlerweile im Bio-Laden Schachtelhalm, im Bio-Bistro Ringelnatz, im Weltladen, in der Gaststätte „Rotes Haus“ und „Chez Nadine“ am Werra-Ufer sowie bei „Knofi und So“ in Unterrieden aus. Daneben bauten die Mitglieder der Interessengemeinschaft Wagenleben – einem Zusammenschluss der Bauwagenbewohner – am Mittwoch einen Stand auf dem Marktplatz auf, ebenso wie heute auf dem Wochenmarkt. Weitere Aktionen werden geplant.

„Wir müssen mindestens zehn Prozent der wahlberechtigten Einwohner der Stadt abbilden. Das sind etwa 1200 Unterschriften“, sagt Kevin Thofern, der mit Rebecca Schmidt und Anna Matyschok Vertrauensperson für das angestrebte Bürgerbegehren ist. Alle drei leben auf einem Wagenplatz und wollen, dass ihr selbstgestaltetes, umweltfreundliches Zuhause als Erprobungsfläche für zukunftsträchtiges Wohnen erhalten werden kann. Hoffnung setzt die Gruppe in die laufende Machbarkeitsstudie.

Die Unterschriften müssen binnen acht Wochen nach dem umstrittenen Stadtverordnetenbeschluss zu Maßnahmen gegen die Wagenplätze vom 13. Juli gesammelt werden – also bis 7. September. Gezählt werden alle wahlberechtigten Deutschen und EU-Bürger ab 18 Jahren, die seit mindestens sechs Wochen ihren Erstwohnsitz in Witzenhausen haben. Wenn das Parlament das Bürgerbegehren als zulässig bewertet, muss es laut der Hessischen Gemeindeordnung einen Termin binnen sechs Monaten für einen Bürgerentscheid ansetzen. Wenn dann 25 Prozent der Stimmberechtigten mit Ja stimmen, gilt der Entscheid als angenommen.

Die Gruppe hoffe aber, dass sie deutlich mehr als die benötigten Unterschriften sammeln und das Parlament freiwillig von dem Beschluss zurücktritt, bevor es zum Bürgerentscheid kommt, sagt Thofern. So wie 2019 nach der Unterschriftensammlung zum Erhalt der Platanen auf dem Marktplatz.

Am Sonntag sind Kommunalpolitiker zwischen 11 und 14 Uhr auf den Wagenplatz „Gleis 3“ am Bahnhof eingeladen (Führung ab 11.30 Uhr). Für Bürger wird es einen eigenen Termin geben. (Friederike Steensen)

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