Bürgerhäuser lassen sich erhalten - der Kulturverein Gelstertal beweist es

Engagierte und erfolgreiche Bürgerhaus-Betreiber: Seit über zehn Jahren kümmert sich Kulturverein Gelstertal – hier die Mitstreiter der vordersten Front mit (von links) Fred Möller, Kurt Heise, Walburga Rehbein, Michael Frank und Vorsitzender Detlef Büchner. Vom Vorstand fehlt Marion Gundlach-Hey auf dem Bild. Foto: Forbert

Hundelshausen. Das Bürgerhaus des Witzenhäuser Stadtteils Hundelshausen ist das ganze Jahr über gut gebucht.

60 bis 70 Veranstaltungen - hin und wieder sogar nebeneinander - finden in der Einrichtung an der Hauptstraße statt - vom Trauerkaffee und der Spinnstube über Jahreshauptversammlungen und Weihnachtsfeiern bis zum runden Geburtstag und der großen Bauernhochzeit, nicht zu vergessen die Kleiderbörse zweimal im Jahr.

Nicht ohne Stolz führt der Vorstand des Kulturvereins Gelstertal diese Aufzählung als Beweis dafür an, dass es durchaus gut ausgelastete und erfolgreich von Vereinen in Zusammenarbeit mit der Kommune betriebene Dorfgemeinschaftshäuser im Werra-Meißner-Kreis gibt.

Der Kulturverein war von Hundelshäusern Ende 2003 extra gegründet worden, damit die Einrichtung erhalten bleibt und weiterhin mit Leben gefüllt wird. Weil die Stadt sich zurückziehen wollte, drohte nämlich die Schließung.

Als der Verein sich bereit erklärte, die Trägerschaft zu übernehmen, sanierte die Stadt noch, was in den zurückliegenden über 30 Jahren verfallen war. Und es wurde ein Zuschuss von 500 Euro monatlich vereinbart.

Im Gegenzug übernahm der Verein alle laufenden Kosten von Strom, Wasser und Heizung bis zur Grundsteuer - und kleinere Reparaturen.

Das Modell funktioniert: Die Ausgaben von 14.000 Euro im Jahr sind gedeckt.: 6000 bis 7000 Euro werden allein durch das Vermieten der Räume eingenommen, auch über den Ostermarkt kommt Geld für die Einrichtung rein. Der Verein vermietet lediglich die Räume gegen eine Nutzungsgebühr, die Bewirtung kann organisiert werden, man kann aber auch alles selbst organisieren.

Natürlich wird viel ehrenamtliches Engagement von den 21 ausnahmslos auch aktiven Vereinsmitglieder reingesteckt. Auch kann man sich der Unterstützung ortsansässiger Firmen sicher sein. Und der Schützenverein, der sein Domizil im Kellergeschoss hat, mäht den Rasen und muss dafür keine Miete zahlen.

„Wer Zeit hat, macht was, und zwar das, was er kann“, erläutert Büchner, wie die Arbeit organisiert ist, wie die Mitglieder zusammenwirken und sich ergänzen. Kein Wunder, dass die Vereinszugehörigen nicht nur vom Alter her, sondern auch von ihren Fähigkeiten eine „gesunde Mischung“ bilden, wie Vorsitzender Detlef Büchner es beschreibt.

So werden Haus und Grundstück nicht nur tiptop gehalten, sondern das Gebäude und die Außenanlagen modernisiert. Die Liste ist lang, reicht vom sanierten Festraum über einen Lagerraum auf dem Boden bis zur komplett neuen Küche. Jüngste Errungenschaft ist eine Behindertenrampe mit Geländer und Vorgarten. Nun fehlt noch eine behindertengerechte Toilette.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.