Keine Umleitung für Lastwagen

Bürgerinitiative gegen Schwerlastverkehr in Quentel gibt nicht auf

Leiden unter dem Schwerlastverkehr: Frieda (von vorn), Henri und Bela Fleck, Michael Gießler, Ortsvorsteher Empfershausen, Jörg Sattmann, Ortsbeirat Fürstenhagen, Pascal Fleck, Eiterhagen. Rechts vorn Heinrich Lutz und Holger Nolte, Bürgerinitiative.
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Leiden unter dem Schwerlastverkehr: Frieda (von vorn), Henri und Bela Fleck, Michael Gießler, Ortsvorsteher Empfershausen, Jörg Sattmann, Ortsbeirat Fürstenhagen, Pascal Fleck, Eiterhagen. Rechts vorn Heinrich Lutz und Holger Nolte, Bürgerinitiative.

Noch immer sorgt der Schwerlastverkehr in Quentel für Ärger. Die Petition der Bürgerinitiative wurde bereits abgelehnt. Jetzt gibt es Neuigkeiten bei der Straßensanierung.

Quentel – Der Schwerlastverkehr im Hessisch Lichtenauer Ortsteil Quentel wird seit Jahren nicht weniger. Eine Umleitung für die Lastwagen, die vom und zum Basaltwerk fahren, wird es nicht geben. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) lehnte einen Vorschlag der Bürgerinitiative (BI) dahingehend ab.

Jetzt soll die Straße aber früher als geplant saniert werden. „Wir kommen uns komplett verschaukelt vor“, sagt Heinrich Lutz von der Bürgerinitiative gegen den Schwerlastverkehr in Quentel. Was war passiert?

2017 reichte die Bürgerinitiative eine Petition beim HMWEVW ein, mit der eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs erreicht werden sollte – unter anderem mit einer alternativen Zufahrt vom Basaltbruch Ölberg zur Bundesstraße 7 oder der A 44.

Nachdem der Petitionsausschuss zweimal vor Ort war, kam im November 2020 die Antwort (wir berichteten): Petition abgelehnt. Die Begründung: Der Zustand der Landstraße wurde mit 2,5 bewertet, punktuell bis 3,5. Das bedeutet, dass sie noch nicht sanierungsbedürftig sei. Auf die Spurrillen der Landstraße zwischen Quentel und Fürstenhagen werde mit Schildern hingewiesen.

Zudem prüfe die Straßenmeisterei Witzenhausen den Streckenabschnitt regelmäßig und kümmere sich um die Reparatur von Schäden. Darum gebe es aus straßenbaulicher Sicht keinen Handlungsbedarf, der für eine alternative Zufahrt spreche.

Die Sanierung eines Teils der Straße wird vorverlegt

Zudem sei die von der BI vorgeschlagene Umleitung nicht möglich, da die Strecke nicht für Lastwagen ausgelegt und nach dem Hessischen Waldgesetz nicht für den allgemeinen Straßenverkehr zulässig sei. Ein Teil der Straße wurde jedoch in das Sanierungsprogramm für 2025 aufgenommen. Jetzt soll die Sanierung womöglich vorverlegt und bis 2022 erfolgt sein, berichtet Heinrich Lutz.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative verstehen das nicht. Denn laut Ministerium sei der Zustand der Landstraße in Ordnung. Vielmehr als Protestieren könne man aber nicht mehr, sagt Lutz. „Die Petition war die letzte Chance für eine Veränderung.“

Auch für die Fahrer der Lastwagen seien die teilweise engen Straßenabschnitte in Quentel problematisch. Sie müssten manchmal über die Bürgersteige fahren, um aneinander vorbeizukommen oder den entgegenkommenden Verkehr durchlassen, so Lutz. Die streckenweise geltende Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 sowie die Fußgängerbegrenzung (im Bild) würden laut der BI nur wenig helfen.

Nicht nur für Menschen in Quentel seien die vielen Lastwagen ein Problem. Denn sie würden auch durch Fürstenhagen, Empfershausen (Schwalm-Eder-Kreis) und Eiterhagen (Söhrewald) fahren.

Für Pascal Fleck von der Partei Unabhängig und Neu für Söhrewald könnte eine dauerhafte Begrenzung von 30 km/h in den Orten ein wenig helfen – wenigstens um die Unfallgefahr zu reduzieren.

Dafür will sich auch Michael Heußner, Bürgermeister von Hessisch Lichtenau in Quentel weiterhin einsetzen: „Ich arbeite an der Durchsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung, um Unfälle und die Lautstärke zu reduzieren.“ (Natascha Terjung)

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