Interview über die Pläne für 2017

Bürgermeisterin Fischer: „Bauarbeiten werden Herausforderung“

Im Rahmen des Stadtumbaus können die Bürger auch Ideen zur Neugestaltung des Marktplatzes einbringen. Archivfotos: Demmer, Schröter

Witzenhausen. Was erwartet die Menschen in Witzenhausen im Jahr 2017? Worauf können sie sich freuen? Darüber haben wir mit Bürgermeisterin Angela Fischer gesprochen.

Frau Fischer, auf was können sich die Witzenhäuser 2017 besonders freuen? 

Angela Fischer: Natürlich auf das Erntefest - und auf die Kesperkirmes. Hier sind viele ehrenamtliche Helfer bereit, die Kirmes professionell mitzuorganisieren. Unter anderem werden die ehemaligen Kirschenköniginnen und der Kanu-Club dabei sein. Die Federführung liegt bei Stadtmanagerin Diana Brehm. Wer noch mithelfen will, kann sich bei ihr melden.

Es gab ja zuletzt ziemliches Ringen um die Kesperkirmes... 

Fischer: Die Stadt wollte niemandem etwas wegnehmen, sondern weiter mit den Bürgern zusammenarbeiten. Die Kesperkirmes wird ein Fest der Witzenhäuser bleiben.

Die Feste feiern wir ja jedes Jahr - was gibt es nur 2017? 

Fischer: Im Januar wollen wir den Demographiebericht vorlegen, in dem wir Vorschläge gesammelt haben, wie wir besser mit der Überalterung der Gesellschaft umgehen können - etwa mit Hilfe für Senioren aber auch für junge Familien.

Auch gehe ich davon aus, dass die Stadt 2017 den Schutzschirm verlassen kann. Das ist ein gewaltiger Schritt. Eigentlich hätten wir 2017 den ersten ausgeglichenen Haushalt vorlegen sollen - jetzt haben wir schon drei geschafft!

Aber Hoffnung auf eine neue Werrabrücke brauchen wir uns trotzdem noch nicht machen? 

Fischer: Leider noch nicht in diesem Jahr. Im Frühjahr haben wir den nächsten Planungs-Termin mit Hessen Mobil. Es wäre schön, wenn Ende 2017 das Planfeststellungsverfahren beginnen würde. Ob das klappt, kann ich noch nicht einschätzen.

Gilt das auch für einen Ersatz für das Bürgerhaus? 

Fischer: Wie lange die Sanierung der Turnhalle an der Südbahnhofstraße dauert, ist offen. Wir müssen auf jeden Fall sofort etwas für den Brandschutz tun. Deshalb findet der Neujahrsempfang auch erstmals im Rathaussaal statt.

Bei der Kesperkirmes wird eine Nachfolgerin von Kirschenkönigin Ilona (links im Bild mit ihrer Vorgängerin Nina) gesucht.

Im Dezember gab es Streit im Parlament, ob man jetzt, wo die Stadt den Schutzschirm verlassen kann, den Bürgern etwas zurückgeben und Steuern senken sollte. Wie sehen Sie das?

Fischer: Wenn uns die Bürger den Auftrag geben, den Haushalt zu konsolidieren, dann ist es jetzt zu früh für Geschenke. Wenn es die Bürger nicht stört, dass der städtische Haushalt stets auf Kante genäht ist, kann man jetzt auch die Grundsteuer senken. Ich persönlich tue mich schwer damit. Die Bürger können doch nicht wollen, dass sie jetzt entlastet werden und in ein paar Jahren wieder mehr Steuern zahlen müssen.

Wir müssen auch davon wegkommen, Wünsche nur auf Zuruf zu erfüllen. Wir brauchen hier eine längerfristige Planung. Deshalb wird die Verwaltung einen Überblick erstellen, welche städtischen Liegenschaften in der Kernstadt und den Ortsteilen welchen Investitionsstau haben. Dann kann man besser beurteilen, wie dringend einzelne Maßnahmen sind und in welcher Reihenfolge das abgearbeitet werden soll.

Wo rollen 2017 die Bagger? 

Fischer: Der Ausbau der Nordbahnhofstraße wird eine echte Herausforderung. Das ist eine sehr lange Hauptverbindungsstraße mit viel Busverkehr. Unser Park+Ride-Platz ist komplett ausgenutzt, am Bahnhof halten pro Tag 80 Züge. Die Arbeiten werden in Abschnitten erfolgen, aber trotzdem wird es schwierig, den Verkehr umzuleiten. Wann die Arbeiten starten, steht aber noch nicht fest.

2017 soll auch die energetische Sanierung der Turnhalle an der Südbahnhofstraße und am Feuerwehrstützpunkt beginnen. Das werden umfangreiche Arbeit in zwei stark genutzten Gebäuden. Auch den Ausbau der Bushaltestellen werden wir fortsetzen.

Was wird aus dem Dorfentwicklungsprogramm? 

Fischer: Das IKEK-Programm für die Dörfer läuft weiter, hier werden nach und nach Projekte umgesetzt, die sich die Orte gewünscht haben. Das sind manchmal nur kleine, aber wichtige Projekte.

Für Teile der Altstadt und der Nordstadt starten wir in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), also den „Stadtumbau“. Das funktioniert wie das Dorfentwicklungsprogramm: Die Bürger können ihre Ideen bei moderierten Veranstaltungen einbringen, sie werden dann innerhalb von zehn Jahren umgesetzt. Dazu gehört auch Umgestaltung des Marktplatzes und die Frage, was aus der Firma Aldi wird, die eine größere Verkaufsfläche sucht.

Wo können sich die Bürger besonders einbringen? 

Fischer: Für Menschen, die in ihre Häuser investieren wollen, sind die energetische Quartiersanierung und der Stadtumbau interessant, weil es dabei Fördermöglichkeiten für Privatpersonen gibt. Außerdem wollen wir die Beratung für die Sanierung von Häusern verbessern.

Und dann können die Bürger vermutlich im Herbst auch den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin wählen. Über den Termin muss aber noch die Stadtverordnetenversammlung entscheiden.

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