Partei spricht sich aber nicht offiziell für Rathauschefin aus

Bürgermeisterwahl in Witzenhausen: SPD-Granden empfehlen Fischer

Witzenhausen. Offiziell wollte Witzenhausens SPD für die Stichwahl am Sonntag weder für Amtsinhaberin Angela Fischer (CDU) noch für Daniel Herz (parteilos, unterstützt von der FWG) eine Wahlempfehlung abgeben. Doch dann die Überraschung:

Am Donnerstag waren jedoch Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill, SPD-Fraktions- und Ortsverbandsvorsitzender sowie Bürgermeisterkandidat Markus Keil und Fraktionsmitglied Harald Ludwig in einer Unterstützeranzeige in der HNA für Fischer zu sehen.

Keil sagt dazu: Er unterstütze Fischer als Privatperson. Zu Konflikten mit der Partei werde dies nicht führen. SPD-Pressesprecher Jens Lange betont: Die SPD habe es jedem Mitglied freigestellt, wen es wählt. Die Partei bleibe dabei, keine Empfehlung abzugeben. Laut Schill sei es ein Unterschied, ob eine Partei unisono aufgefordert werde, jemanden zu wählen „oder ob einzelne Personen sich eher weiter eine Zusammenarbeit mit Frau Fischer vorstellen können“. Zudem könne es bei der nächsten Wahl einfacher werden, gegen einen neuen CDU-Kandidaten statt einen etablierten jungen Bürgermeister anzutreten.

Auch Grünen-Stadtverordneter Uwe Arends ist in der Unterstützeranzeige zu sehen. Er habe sich als Privatperson entschieden, Fischer zu unterstützen, sagt Arends. Auch wenn sich nicht alle Grünen auf eine offzielle Empfehlung für Fischer einigen konnten. Zur Teilnahme von Grünen-Stadtverordnetem Uwe Arends an einer Unterstützer-Anzeige für Bürgermeisterin Angela Fischer sagt Grünen-Sprecher Michael Liebmann: Das geschehe durch die Privatperson Arends. Zwar tendiere ein Teil der Parteimitglieder zu Frau Fischer, aber eine Mehrheit der Grünen habe sich entschlossen,  dabei zu bleiben, keine Wahlempfehlung abzugeben.

Die Anzeige sei eine persönliche Aussage der Abgeordneten, kommentiert Angela Fischer. Diese seien der Auffassung, „dass wir in den vergangenen sechs Jahren viel geleistet haben“, auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei. Sie glaube, dass es diese Form der Unterstützung in Witzenhausen noch nie gegeben habe.

„Glaubwürdig finde ich es nicht“, sagt Daniel Herz dazu, dass eine Partei keine Wahlempfehlung abgebe, die Mandatsträger als Privatpersonen dann jedoch schon. Aber: „Das ist ein freies Land, man kann machen, was man will.“ Durch die Aufrufe sehe er seine Chancen schwinden, weil gezielt SPD-Wähler angesprochen werden, seine Gegenkandidatin zu wählen.

Am Sonntag, 8. Oktober, findet in Witzenhausen die Stichwahl zwischen der amtierenden Bürgermeisterin Angela Fischer von der CDU und ihrem Herausforderer Daniel Herz (parteilos, unterstützt von den Freien Wählern) statt.

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