Kandidaten präsentierten sich

Bürgermeisterwahl: Thema Verkehr bestimmte HNA-Lesertreff in Witzenhausen

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Sie stellten sich den Fragen der HNA-Redakteurinnen Nicole Demmer (links) und Friederike Steensen (rechts): Angela Fischer (CDU, 2. v.l.), Markus Keil (SPD), Daniel Herz (Parteilos, unterstützt von FWG), Hans Spinn (AfW) und Heidi Rettberg (Die Linke).

Witzenhausen. Dass den Bürgern in Witzenhausen derzeit viele Fragen unter den Nägeln brennen, war am Donnerstagabend beim HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Witzenhausen deutlich zu spüren.

So nutzten über 200 Kirschenstädter in der Hero-Halle die Gelegenheit, um den fünf Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Sie wollten von ihnen unter anderem erfahren, wie ihrer Meinung nach der Schwerlastverkehr durch die Innenstadt geführt werden soll, wie die Kandidaten die Innenstadt, die von Billigläden und Imbissen geprägt sei, beleben wollen und ob die Verkehrsführung der Radfahrer gegen die Fahrtrichtung in vielen Einbahnstraßen der Kernstadt wirklich so bleiben solle.

Mehr als zwei Stunden stellten sich die Amtsinhaberin Angela Fischer (CDU), Markus Keil (SPD), Daniel Herz (parteilos, unterstützt von den Freien Wählern), Hans Spinn (Alternativen für Witzenhausen) und Heidi Rettberg (Die Linke) den Fragen der HNA-Moderatorinnen Friederike Steensen und Nicole Demmer sowie des Publikums. 

Ein Thema, zu dem die Zuschauer viele Fragen stellten, war der Verkehr in der Stadt und vor allem die Situation um die Werrabrücke. Dazu positionierten sich die Kandidaten unter anderem wie folgt:

Angela Fischer: "Da die Bundesrepublik Deutschland derzeit überlegt, die Brücke für uns zu bauen, läuft die Vorgabe, wie es aussehen soll, über Hessen Mobil. Wir haben dabei kein Mitspracherecht."

Markus Keil: Wir warten auf eine Rückmeldung aus Wiesbaden, wo wir schon seit anderthalb Jahren hingehalten werden. Die Ortsumgehung ist seit, glaube ich, 90 Jahren geplant, aber alleine können wir sie nicht bauen.

Daniel Herz: Wir müssen keinen Weg suchen, der durch Witzenhausen führt, sondern einen, der aus Witzenhausen hinaus führt. Den Schwerlastverkehr durch die Stadt zu führen, ist zu gefährlich.

Hans Spinn: Ich würde den Schwerlastverkehr weiträumig durch Schilder und Sanktionen umleiten. Die Geschwindigkeit durch die Stadt muss schonend gewählt werden, der Verkehrsfluss muss gewährleistet sein.

Heidi Rettberg: Wir von den Linken favorisieren die alte Bahnlinie von SCA durch die Aue in Richtung B80, an zwei Industriegebieten vorbei, um den Verkehr aus der Innenstadt zu führen. Es geht schließlich um das Schutzgut Mensch.

Für die Frage, wie die Mobilität von Menschen auf den Dörfern gewährleistet werden kann, hatten die Kandidaten ganz unterschiedliche Lösungsansätze:

Angela Fischer: Der Bus braucht zu lange, bis er alle eingesammelt hat. Mobilfalt hingegen fördert den Individualverkehr. Daher ist es wichtig, dieses Projekt weiterzuverfolgen. Auf den Dörfern gibt es aber auch noch eine gute Mitnahmepraxis. Der Radwegeausbau steht auf dem Programm der Stadtverordnetenversammlung.

Markus Keil: Mit dem Angebot Mobilfalt haben wir ein gutes Programm, um auch die Leute auf den Dörfern, die keinen Führerschein oder kein eigenes Auto besitzen, anzubinden. Wenn die Stadtbusse auf Elektroantrieb umgebaut sind, kann man deren Betrieb ausdehnen und die Dörfer weiter anbinden.

Daniel Herz: Mein Ziel ist es, alle Orte mit Fahrradwegen mit der Kernstadt zu vernetzen, Kleinalmerode hat beispielsweise noch keinen. In vielen Dörfern gibt es Schulbusse und öffentlichen Nahverkehr, aber wir müssen auch in alternative Programme wie von Rentnern gefahrene Busse und eine Mitfahrbank investieren.

Hans Spinn: Wir sind auf einem guten Weg zur kommunalen Ökoligenz (Ökologie und Intelligenz). Zusätzlich zu den Fördermitteln für Elektromobilität will das Land Hessen ab 2018 die Kommunen mit jährlich fünf Millionen Euro unterstützen. Damit sollen die Busse auf Elektroantrieb umgerüstet werden.

Heidi Rettberg: Mobilfalt funktioniert nur, wenn man auch Internet hat. Das haben aber gerade viele ältere Menschen immer noch nicht. Besser ist das Anruf-Sammel-Taxi (AST): Da ruft man eine halbe Stunde vorher an, braucht keine Angst um seine Daten haben und wird in einer Art Ringverkehr abgeholt.

HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Witzenhausen

Was die Kandidaten unter anderem zu den Themen Marktplatzsanierung und Wirtschaftsförderung sagte, was die amüsantesten Zitate waren und wie der Abend bei den Lesern ankam, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA-Witzenhäuser Allgemeinen.

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