Bundesfreiwilligendienst: Tief in der Welt der Akten

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Arbeitet seit 1. September auf Burg Ludwigstein: Valentin Reich leistet seinen Bundesfreiwilligendienst im Archiv der deutschen Jugendbewegung.

Burg Ludwigstein. Valentin Reich leistet im Archiv auf Burg Ludwigstein seinen Bundesfreiwilligendienst. Der 20-Jährige hat sich bereits in der Schule für Geschichte interessiert.

In einem Archiv zu arbeiten, gehört für Anfang 20-Jährige nicht unbedingt zu den Traumberufen. Das sieht Valentin Reich anders. Er leistet seit 1. September seinen Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein ab. „Ich habe mich auch schon in der Schule besonders für Geschichte interessiert“, erinnert sich Reich. Deshalb waren auch Familie und Freunde nicht überrascht, als er von seiner Bufdi-Stelle auf der Burg erzählte.

„Als 14-Jähriger habe ich während der Schulzeit ein Praktikum im Stadtarchiv meiner Heimatstadt absolviert“, sagt Reich. Dabei habe er die Welt der Akten und Bücher für sich entdeckt. Der 20-Jährige wurde im bayerischen Teil Ulms geboren, ist allerdings in einem kleinen Ort nahe Ulm in Baden-Württemberg aufgewachsen.

Auf Burg Ludwigstein habe es ihn verschlagen, weil ihn das Thema Jugendbewegung interessiere. „Im Laufe meiner Zeit hier verstehe ich immer mehr geschichtliche Zusammenhänge. Außerdem gefällt mir der lockere Umgang mit den Kollegen und den Benutzern sehr gut“, erklärt Reich. Neben dem täglichen Rundgang durch die Magazine gehört das digitale Verzeichnen der Bestände zu seinen Aufgaben.

Bis zu vier Benutzer pro Woche besuchen das Archiv. Reich sucht im Vorfeld die richtigen Bestände heraus und legt diese bereit. Seine Kreativität kann der 20-Jährige beim Vorbereiten von Ausstellungen, beispielsweise die über den Jugendbewegung-Fotografen Julius Groß (siehe Hintergrund), einbringen.

Dritter Freiwilliger im Archiv

Mit sieben weiteren jungen Menschen, die entweder ein Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr oder ebenfalls einen Bundesfreiwilligendienst auf der Burg leisten, lebt Reich in einer Wohngemeinschaft.

„Nach Feierabend kochen die jungen Menschen zusammen oder schauen einen Film. Unsere Absolventen fanden diese Gemeinschaft im Nachhinein immer am prägendsten“, sagt Susanne Rappe-Weber. Sie ist die Leiterin des Archivs und die Betreuerin von Reich. Er ist bereits der dritte Bufdi, der ein Jahr lang im Archiv der deutschen Jugendbewegung arbeitet.

Noch bis Ende August nächsten Jahres wird der 20-jährige Reich auf der Burg Ludwigstein leben und arbeiten. Er hat Gefallen am Arbeitsalltag im Archiv gefunden. Deshalb beginnt er im Anschluss eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienste in der Fachrichtung Archiv im Stadtarchiv in Schwäbisch Hall.

 Archivtagung und Ausstellungseröffnung auf Burg Ludwigstein

Von Freitag, 30. Oktober, bis Sonntag, 1. Noveber, findet auf Burg Ludwigstein die jährliche Archivtagung statt. Dabei werden Referenten aus ganz Deutschland Vorträge halten. Die Facetten medialer Jugendbewegungsgeschichte sowie „Jugend-Bilder“ als Erinnerung und Selbstvergewisserung werden an diesem Wochenende unter anderem Thema sein. Wer sich kurzfristig an der Tagung beteiligen will, soll sich vorab an das Archiv der deutschen Jugendbewegung, Tel. 0 55 42/50 17 20, wenden. Im Rahmen der Tagung wird heute Abend um 20.15 Uhr eine Ausstellung mit Bildern von Julius Groß, Fotograf der Jugendbewegung, eröffnet. Interessierte können die Schau während der Öffnungszeiten des Archivs - montags bis freitags von 8.30 bis 11.45 Uhr - sowie nach Absprache besichtigen. Die Ausstellung kann bis 31. August 2016 besucht werden. Der Eintritt ist frei.

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