Burg Ludwigstein: Neue Ausstellung zum 600. Geburtstag beleuchtet Historie

Vertrautes und Neues: Die am Freitag eröffnete Schau zum 600. Burggeburtstag soll auch unbekannte Aspekte der Burg Ludwigstein thematisieren. Das verspricht Susanne Rappe-Weber, Leiterin des Archivs. Foto: Neugebauer

Burg Ludwigstein. Original-Schriftstücke aus dem Jahr 1415, die fotografische Dokumentation des Gewerkschaftsbundes bei einer Faltbootfahrt in 1930, Gemälde des Zweiburgenblicks und die Beleuchtung der 600-jährigen Burggeschichte - all dies gibt es ab sofort in einer Ausstellung auf Burg Ludwigstein zu bewundern.

„Im Hinblick auf den 600. Geburtstag der Burg im nächsten Jahr haben wir in der Ausstellung drei verschiedene Schwerpunkte gesetzt“, sagte die Leiterin des Archivs, Susanne Rappe-Weber, bei der Eröffnung am vergangenen Freitag. Im vorderen Teil des Archivs wird in großformatigen Fotografien und Wandtafeln die Werra-Weser-Faltbootfahrt des „Gewerkschaftsbundes der Angestellten“ dokumentiert. Die Großaufnahmen des Hoffotografen der Jugendbewegung, Julius Groß, zeigen in besonderer Weise, wie die etwa 30 Jugendlichen spartanisch, aber technisch gut ausgestattet dem Wandervogel-Leben der 1930er-Jahre frönten.

Zur Ausstellung gehören auch Gemälde des Zweiburgenblicks in unterschiedlichen Interpretationen der Künstler. Im Gegensatz zur Realität ist der Ludwigstein auf einigen Bildern größer als der Hanstein dargestellt. Der interessanteste und umfangreichste Teil der Ausstellung widmet sich der 600-jährigen Burggeschichte, wo unter anderem ein Original Briefwechsel von Barbara Hülsing von 1552 ausgestellt ist: Sie schreibt an den Landgrafen, dass sie zur Instandsetzung der Burg Untertanen für Arbeiten heranziehen möchte.

Auch die Ersterwähnung der Burg auf einer Rechnung des Homberger Schultheiß ist zu finden. In anderen Wandtafeln werden die Erweiterungen und der Rückbau des baulichen Bestandes sowie deren Nutzungen betrachtet. Die Entdeckung der Burgruine durch den Wandertourismus, die schrittweise Vereinnahmung der Burg durch den Nationalsozialismus sowie der erfolglose Widerstand der „Vereinigung Jugendburg Ludwigstein“ wird näher betrachtet.

An zwölf Drehtafeln können Besucher die Wappen der Ludwigsteiner Amtmänner beziehungsweise Pfandnehmer sowie deren Residenzzeit begutachten. „Bei der Auswahl der Objekte haben wir versucht, vertraute Geschichte durch neue Aspekte zu ergänzen, die etwas von der Arbeit und dem Leben auf der Burg erahnen lassen“, sagte Rappe-Weber. Information für Besucher: Die Ausstellung kann bis zum 30. September 2015 im Archiv der Burg Ludwigstein besucht werden.

Von Hartmut Neugebauer

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