Filmklassiker zum Jubiläum

Das Witzenhäuser Capitol-Kino wird 90 Jahre alt

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Filmkunst: Vor 90 Jahren kamen die Filme noch auf großen Rollen in den Kinovorführraum.

Witzenhausen. Der erste Film war "Der Walzertraum". Zum Jubiläum des Witzenhäuser Capitol-Kinos werden alte Streifen gezeigt -  und die HNA sucht Ihre Erinnerungen an das Kino.

Bei dieser Feier sind die Gäste lebendig: Anders als beim Silvester-Film-Klassiker „Dinner for One“ werden zum 90. Geburtstag des Capitol-Kinos in Witzenhausen mit seinem großen Jubiläumsprogramm zahlreiche Besucher erwartet.

Die Anfänge

Vor 90 Jahren war es soweit: Am 12. Februar 1927 flimmerte auf dem Gelände der ehemaligen Gelstermühle, die 1926 abgebrannt war, der erste Film im eigens dafür gebauten Kinosaal über die Leinwand. Zur Eröffnung zeigten die „Capitol Lichtspiele“ damals „abends 8 Uhr“ den Stummfilm „Ein Walzertraum“ mit Willy Fritsch, wie es eine entsprechende Anzeige in der Zeitung verkündete. Im Beiprogramm lief das Lustspiel „Jim hat Alpdrücken“. Die günstigste Kino-Karte kostete 70 Pfennig, die teuerste 1,50 Mark. Arbeitslose, so versprach die Anzeige, „zahlen gegen den Ausweis auf das zweite Parkett halbe Preise“.

Möchte sich mit vielen Zuschauern an die Anfänge des Kinos in Witzenhausen erinnern: Ralf Schumacher. 

„Es ist ein Verdienst der Witzenhäuser, die den Fortbestand des Kinos gesichert haben“, sagt der heutige Inhaber Ralf Schuhmacher, der das Kino 1989 übernahm. Dass seit 90 Jahren ohne größere Schließzeiten Filme an der Mühlstraße in Witzenhausen gezeigt werden können, sei etwas Besonderes.

Das Jubiläumsprogramm

Zum 90. Geburtstag des Kinos werden ab März auch wieder alte Filme zu sehen sein - in zwei Veranstaltungsreihen.
• Unter dem Motto „Neun Filme aus neun Jahrzehnten“ zeigt Schuhmacher Klassiker, die stellvertretend stehen für die Dekade, in der sie entstanden. „Ich habe die aber auch nach meinen persönlichen Vorlieben ausgesucht“, verrät Schuhmacher. Die Filme reichen von „Emil und die Detektive“ (1930er Jahre), über Fellinis „La Strada“ (1950er) bis zum ersten 3-D-Film, der massenhaft Besucher anzog: „Avatar“ (2000er). Auch der Film „Im Lauf der Zeit“ von Wim Wenders wird zu sehen sein: Er wurde in den 1970er-Jahren unter anderem in Witzenhausen gedreht.
• „Historische Filme aus der Region“ nehmen die Besucher an zwei Abenden mit in die Vergangenheit - zum Beispiel zum Erntefest im Jahr 1925. Auch ein Film aus den 1930er-Jahren über die damalige Kolonialschule wird zu sehen sein. Stadtarchivar Matthias Roeper und Manfred Baumgart werden die Filme und die Zeit, in der sie entstanden, vorstellen, kündigt Schuhmacher an.
• Eine Festschrift über die Geschichte des Kinos soll während der Woche der Witzenhäuser Ende April vorgestellt werden. Darin berichtet Matthias Roeper, was er im Stadtarchiv zum Kino gefunden hat. Zudem sollen Erinnerungen der Witzenhäuser einfließen.

Der offizielle Festakt

Kino-Betreiber Schuhmacher hat 160 Freunde, Mitglieder des Fördervereins, Weggefährten, Honoratioren und Geschäftspartner für Sonntag, 12. Februar, eingeladen, mit einem Festakt das 90-jährige Bestehen des mittlerweile einzigen Kinos in Witzenhausen zu feiern. Die Band „Lizzy Mc Pretty im Swingerclub“ (Leipzig) wird Songs der 1920er- und 1950er-Jahre spielen. Es gibt Essen und Getränke, auch der Eröffnungs-Film wird erneut gezeigt.

Ihre Erinnerungen

Die erste Verabredung mit der Liebsten, das mühsam zusammengesparte Geld für die Kino-Karte, der erste Abend mit Winnetou - mit dem Kino verbinden wir viele Erinnerungen: Teilen Sie Ihre mit uns!

Die HNA/Witzenhäuser Allgemeine und Kino-Betreiber Ralf Schuhmacher suchen die schönsten Geschichten rund um das Capitol-Kino. Da es nur sehr wenige alte Aufnahmen des Kinos gibt, freuen wir uns auch über alte Fotos. Wir möchten sie in der HNA und in der Festschrift veröffentlichen.

Unter allen Einsendern verlosen wir zwei Freikarten für eine Vorstellung Ihrer Wahl.

Sie können Ihre Geschichte und Fotos per E-Mail oder Post (HNA-Lokalredaktion, Walburger Straße 2, 37213 Witzenhausen) einsenden, wir reichen sie an die Macher der Festschrift weiter.

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