Betriebsstätte Witzenhausen bietet Chancen für Menschen mit Handicap 

Zehn Jahre Integrierte Betriebsstätte Witzenhausen: Hotelfachfrau Christin Rühling (rechts), hier mit Hartmut Kleiber (v. links), Rolf Eckhardt, Cindy Schmidtchen und Michael Köttinger, gab einen Einblick in die Arbeitsabläufe des Restaurantbetriebes von Gastwerk. Foto: Neugebauer

Witzenhausen. Die Integrierte Betriebsstätte Witzenhausen arbeitet seit zehn Jahren erfolgreich an der Teilhabe von Menschen mit Handicap am Arbeitsleben.

„Was vor zehn Jahren mit gemischten Gefühlen unter dem Dach der Werraland Werkstätten und dem Verein Aufwind begann, hat sich mittlerweile zu einem Erfolgsprojekt der Inklusion entwickelt“, sagte Hartmut Kleiber vom Verein Aufwind zum zehnjährigen Bestehen der Integrierten Betriebsstätte Witzenhausen (IBW).

Mit Andrea Roth-Heinemann von den Werraland-Werkstätten wurden Auftraggeber, Akteure und Betreuer von Kleiber zur Entwicklung des IBW interviewt und zu ihren besonderen Erlebnissen befragt. „Es ist wichtig, Menschen wieder an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen“, sagte der Betriebsleiter des IBW Michael Köttinger, der vor zehn Jahren mit Alexander Selig mit 16 behinderten Menschen in den stark renovierungsbedürftigen Räumen der Möbel-Fabrik Jaeger begann.

Dass das gelingen kann, zeigt das Beispiel von Thorsten Kerl, der seit vier Jahren erfolgreich im OBI-Markt Bad Sooden Allendorf arbeitet und kein Heimweh zur IBW mehr verspürt. „Anfangs war ich doch sehr nervös, ob das alles so klappt, aber mittlerweile habe ich viel Spaß mit meinen Arbeitskollegen“, sagte Kerl. Ein weiterer Bediensteter mit Handicap, der morgens in der IBW Backwaren aufbäckt, arbeitet noch im Dorfladen in Gertenbach und möchte seinen Job ebenfalls nicht mehr hergeben.

Mittlerweile beschäftigt die IBW 73 Menschen mit Handicap und ist wichtiger Ansprechpartner für zahlreiche Firmen der Region. So werden beispielsweise zahlreiche Teesorten der Bio-Tee-Manufaktur Jürgen Serr verpackt, über 60 Arten Trockentoiletten des Generalvertriebes Separett kommissioniert, Hartplastikkisten von Volkswagen gesäubert und aufbereitet oder Glückwunschkarten und Kalender des Grätz-Verlages verkaufsfertig verpackt.

Auch eine Gastronomie und der Garten- und Landschaftsbau zählt mittlerweile zu den Beschäftigungsfeldern des IBW. „Mit dem Gastwerk verfügt die IBW nicht nur über eine eigene Kantine für die Mitarbeiter, sondern es werden täglich etwa 100 Gäste mit einem warmen Mittagessen versorgt“, sagte Hotelfachfrau Christin Rühling, die mit Cindy Schmidtchen den Restaurantbetrieb leitet. Im Garten- und Landschaftsbau werden Rasen gemäht, Beete gepflegt und Hecken oder Bäume geschnitten. Bevor die Menschen mit Handicap eine Vollzeitstelle antreten können, werden sie mit einer besonderen Ausbildung auf die Werkstattarbeit vorbereitet. „Dabei nehmen wir jeden mit seinen Stärken und Schwächen und suchen auch nach individuellen Lösungen für den einzelnen Menschen“, sagte Diana Rohde vom Sozialdienst des IBW. Ziel sei es, noch mehr Menschen mit Handicap auf Außenarbeitsplätze zu vermitteln. (znb)

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