Crystal Meth war Thema in Beruflichen Schulen Witzenhausen

Mit wenig Requisiten eine große Wirkung: Thomas Gabor und Katharina Kraul spielen die Jugendlichen Florian und Anne. Probleme in der Familie führen bei Florian dazu, dass er anfängt Drogen zu nehmen. Erst Gras, dann immer härtere Drogen. Anne will ihm helfen, aber auch nicht immer die Vernünftige sein. Das führt zu einem tragischen Ende. Foto:  Bülau

Witzenhausen. Um Gefahren altbekannter und neuer Drogen ging es in einem Theaterstück, das in den Beruflichen Schulen gezeigt wurde.

Anne und Florian kennen sich eigentlich schon immer. Keiner von beiden kann sich an die Zeit erinnern, als sie noch nichts zusammen gemacht haben. Nach dem Motto „1000-mal berührt - 1000-mal ist nichts passiert“ wird aus der Freundschaft irgendwann eine Beziehung. Doch Florian hat Probleme: Sein Vater schlägt ihn, weil er seine Erwartungen nicht erfüllen kann. Er nimmt Drogen, um dem Alltag zu entfliehen und zu vergessen. Dabei rutscht er immer tiefer in einen Strudel, aus dem er alleine keinen Ausweg findet.

„Jedes Jahr wird an den Beruflichen Schulen Witzenhausen ein Präventionsthema behandelt. Dazu werden die Schüler gefragt, was sie besonders interessant finden. In diesem Jahr war das Interesse am Thema „Drogen“ groß“, sagt Freya Lenz, Beratungslehrerin für Sucht- und Drogenprävention an den Beruflichen Schulen. Deswegen habe man Katharina Kraul und Thomas Gabor vom Weimarer Kultur-Express eingeladen, die ihr Stück „Drogen - von Gras bis Crystal“ aufführten.

Die beiden spielen die Jugendlichen Anne und Florian, die sich von klein auf kennen und sich irgendwann ineinander verlieben. Sie wollen zusammen etwas erleben. Florian hat Probleme zu Hause. Sein Vater schlägt ihn, weil er die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen kann. Florians Ausweg ist zunächst das „Kiffen“, das ihn seine Ängste vergessen lässt, ihn „entspannt und fröhlich und gelassen“ macht. Anne probiert es Florian zu Liebe auch aus. Sie möchte nicht immer die Langweilige sein.

Aber für Florian bleibt es nicht beim Gras. Erst kauft er eine Bong, dann nimmt er Kokain bis er schlussendlich bei Crystal Meth landet, von dem er kurz vorher noch behauptet, dass „nur Idioten das nehmen würden“. Anne hält es nicht mehr aus, und die beiden trennen sich. Trotzdem empfindet sie noch etwas für Florian und sieht seinen körperlichen Verfall. Allerdings informiert sie niemanden und so stirbt Florian am Ende - nach einem letzten Rausch. Erst da erkennt Anne, dass sie früher etwas hätte unternehmen müssen.

In der anschließenden Diskussionsrunde informierten die beiden Schauspieler über die heutige Szene-Droge Crystal Meth: Entwickelt wurde Crystal als Medikament gegen Schnupfen. Als man merkte, dass es eine zu starke Wirkung habe, verabreichte man es Soldaten im Zweiten Weltkrieg, damit diese länger durchhalten. Bis in die 1980er-Jahre seien die Zutaten in Deutschland frei zugänglich gewesen. Die Wirkung reiche von Halluzinationen bis hin zu dem Gefühl, dass Insekten unter der Haut krabbeln würden. Besonders gefährlich sei, dass Crystal Meth schon beim ersten Konsum abhängig mache.

Von Maximilian Bülau

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