Pläne für Hochwasserschutz werden konkret

Werradamm in Bad Sooden-Allendorf wird höher und breiter

Bürgermeister Frank Hix (links) zeigt mit einem Zollstock, dass der Damm um 40 Zentimeter erhöht und zudem breiter werden soll. Die Pläne hält auch Bauamtsleiter Helmut Franke (rechts).
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Höher und breiter: Der Damm entlang der Bundesstraße 27 gegenüber dem Gewerbegebiet von Sooden soll, wie Bürgermeister Frank Hix (links) mit einem Zollstock zeigt, zum Schutz von starkem Hochwasser der Werra (hinten links erkennbar) um 40 Zentimeter erhöht und zudem breiter werden. Jetzt werden die Pläne von Bauamtsleiter Helmut Franke weiter konkretisiert.

2013, beim jüngsten stärkeren Hochwasser, kam die Werra fast an die Krone des Dammes heran. Er soll von der Einmündung Hilberlachestraße bis hinter das Dammhaus entlang der Bundesstraße 27 das Gewerbegebiet Sooden vor einer Überflutung schützen. Zwei, drei Zentimeter, so zeigt Bürgermeister Frank Hix mit den Fingern, fehlten damals nur noch – zum Glück.

Bad Sooden-Allendorf – Um auch künftig eine Überflutung zu verhindern und dabei sogar für ein Hochwasser gewappnet zu sein, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt, soll der Damm auf rund eineinhalb Kilometern saniert werden.

Das soll voraussichtlich 2023 erfolgen. Jetzt hat der Magistrat von Bad Sooden-Allendorf zunächst grünes Licht für weitere Schritte gegeben und sich für eine von zwei Varianten entschieden, die zur Wahl standen.

Verworfen wurde, für 1,2 Millionen Euro Spundwände mit einer Kronenmauer in die Erde zu rammen. Stattdessen soll der Erdkörper um durchschnittlich 40 Zentimeter erhöht und – mit einer Kronenbreite von drei Metern – enorm breiter und flacher zum Fluss hin auslaufen. Dafür werden rund 760 000 Euro erforderlich. Wobei die Stadt nach Aussage aus dem Regierungspräsidium Kassel mit einer Förderung von 65 bis 85 Prozent rechnen kann. „Dann hat der Deich auch eine wesentlich bessere Statik“, erläutert Bauamtsleiter Helmut Franke.

Eine Machbarkeitsstudie, die die Fachplaner für Hochwasserschutz kürzlich im Magistrat vorstellte, sagt aus, dass der Deich stellenweise eine nicht ausreichende Schutzhöhe aufweist. Insbesondere eine Zufahrt auf das Gelände zwischen Damm und dem westlichen Werraarm liegt tiefer.

Neben der wesentlichen Deicherhöhung gehören auch das Sicherstellen der Standsicherheit sowie technische und betriebliche Anforderungen nach heutigen Vorgaben zu den Maßnahmen im Rahmen der Dammsanierung.

Als Nächstes sei nun die Planung zu konkretisieren und genehmigungsreif auszuarbeiten, erklärt Bauamtschef Franke die weiteren Schritte.

Die Bedeutung des Projektes beschreibt Bürgermeister Hix: Es sei besonders wichtig, neben dem Gewerbegebiet mit Einkaufszentren, Stadtwerken, Autohäusern und weiteren Betrieben auch das hinter der Bahnlinie liegende Wohngebiet zu schützen. Denn auch dorthin gelangte das Hochwasser im Ernstfall durch den Straßentunnel unter der Bahn. Gerade angesichts der jüngsten Flutkatastrophe müsse man mit weiteren derartig dramatischen wetterbedingten Ereignissen rechnen und diesen rechtzeitig entgegentreten.

Die Sanierung des Werradeiches ist – neben dem Bau einer Flutmulde in Kleinvach/Weiden – eines der beiden Projekte in Bad Sooden-Allendorf, die bei der Hochwasserschutzstudie der „Unteren Werra“ von Wanfried bis Witzenhausen von allen anliegenden Kommunen gemeinsam erstellt wurden. (sff)

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