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Erlebnispark schenkt Ukraine-Flüchtlingen in Ziegenhagen freien Eintritt

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Von: Christoph Cortis

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Während sich die Kinder aus der Ukraine auf schwankenden Seilen in Kletterkünsten üben, ist die Freue über die Freikarten allgemein bei Christoph Nadermann (von links), Irina Boiko, Sasha Gaponenko und Manfred Harbusch.
Während sich die Kinder aus der Ukraine auf schwankenden Seilen in Kletterkünsten üben, ist die Freue über die Freikarten allgemein bei Christoph Nadermann (von links), Irina Boiko, Sasha Gaponenko und Manfred Harbusch. © Chris Cortis

Ukrainische Flüchtlinge in Ziegenhagen dürfen bis Ende des Jahres kostenlos den Erlebnispark besuchen.

Ziegenhagen – Sie haben schon viel zu viel gesehen von dem Grauen in ihrem Heimatland, wo nach dem Überfall der russischen Armee ein gnadenloser Krieg tobt. Deshalb haben Flüchtlinge aus der Ukraine, die in diesem Witzenhäuser Stadtteil gestrandet sind, Freikarten zum Besuch des Erlebnisparks in Ziegenhagen erhalten. Die Tickets sind gültig für den Rest des ganzen Jahres.

„Die Menschen sollen auf andere Gedanken kommen. Ihre Köpfe müssen wieder frei werden“, begründet Christoph Nadermann (32) die noble Geste und fügt hinzu: „Ich hoffe, so etwas wie die nie erleben zu müssen.“

Mit seiner gleichaltrigen Ehefrau Verena betreibt er den Park, der noch in diesem Jahr in ihr Eigentum übergeht.

Die Freude war denn auch groß bei der Aushändigung der Jahreskarten am Montag vergangener Woche. Wie auf Kommando nahmen die Mädchen und Jungen die verschiedenen Spielgeräte in Beschlag. Schöner konnte für sie der erste Tag der Osterferien nicht beginnen, wie an den lachenden Gesichtern leicht erkennbar war.

Sechs Familien – elf Erwachsene und neun Kinder – haben in Ziegenhagen Zuflucht gefunden und sind auf Vermittlung von Ortsvorsteher Manfred Harbusch allesamt in Familien untergebracht. Ihren Unterhalt bestreiten sie zunächst noch ausschließlich aus Spenden, die von privater Hand reichlich geflossen sind, im Einzelfall sogar in der Höhe von 2000 Euro. Angekommen nur mit dem, was sie auf dem Leib getragen haben, konnten und können sich die Flüchtlinge außerdem im Dorfgemeinschaftshaus an Kleidung, Hygieneartikeln, Spielsachen, haltbaren Nahrungsmitteln und mehr bedienen.

Unterdessen sind Christoph und Verena Nadermann eifrig dabei, ihren Erlebnispark um weitere Attraktionen zu bereichern. So gibt es schon jetzt täglich ein Puppenspiel zu sehen. Ab Freitag kommt eine Zaubershow hinzu, wofür in halbjähriger Arbeit eine Halle umgebaut wurde, die jetzt Platz bietet für bis zu 160 Besucher. In den Ferien gehört die magische Schau zum täglichen Programm. Konkret geplant ist neben einer Verdreifachung der Parkflächen auch eine Spiellandschaft, die es laut Nadermann „so noch nicht gegeben hat“. Sein Anspruch: „Die Leute sollen glücklich und zufrieden wieder nach Hause gehen.“

Der 32-Jährige ist vom Fach. Bevor er mit seiner Frau nach Ziegenhagen kam, hat er im nordrhein-westfälischen Delbrück einen Freizeitpark geleitet. An seiner neuen Wirkungsstätte, die während der Schulferien an sieben Tagen pro Woche, sonst mittwochs bis sonntags, von 10 bis 18 Uhr, geöffnet ist, hält er auch ein gastronomisches Angebot vor.

Dem September sehen die Eheleute mit besonders großer Freude entgegen. „Wir werden erstmals Eltern“, verrät er. Ob’s ein Junge oder Mädchen wird, weiß er noch nicht. Eins ist aber heute schon sicher: Das Kind wird seinen Spaß haben am größten Spielplatz weit und breit. (zcc)

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