Dauerprogramm kommt

Hilfe für Innenstadt: Witzenhausen erhält System für Bonuspunkte und Gutscheine

Der Marktplatz von Witzenhausen mit Blick in die Ermschwerder Straße. 
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Mehr Unterstützung für die örtlichen Händler: Witzenhausen soll ein System mit Bonuspunkten und Gutscheinen erhalten, um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken.  

Nach der einmaligen Gutschein-Aktion für Witzenhäuser als Ausgleich in der Corona-Pandemie wird die Stadt nun auch ein dauerhaftes System für Bonuspunkte-Aktionen oder weitere Gutscheine bekommen.

Witzenhausen – Sowohl die einmalige Gutschein-Aktion per Postwurfsendung an alle Haushalte als auch das neue Dauersystem sollen als Komplettlösung von einer Firma entwickelt werden. So müssen sich die Witzenhäuser Gewerbetreibenden nur auf ein Abrechnungssystem einstellen. Das entschieden die Stadtverordneten am Dienstag einstimmig und ohne Debatte.

Wie Bürgermeister Daniel Herz und Hauptamtsleiter Michael Zimmermann bereits im Haupt-, Finanz- und Rechtsausschuss erläutert hatten, arbeitet die Stadt seit Monaten mit der Pro Witzenhausen GmbH an einem Konzept zur Belebung der Innenstadt. Pro-Witzenhausen-Geschäftsführer Johannes Siebold habe bereits entsprechende Angebote von Firmen eingeholt, sodass der Magistrat zeitnah über einen Anbieter entscheiden kann. Die Aktionsgemeinschaft Handel und Gewerbe sehe den Vorschlag positiv.

Wie ein Vertreter der Firma Rebos jüngst den Ausschüssen erläutert hatte, bietet ein solches Anreizsystem verschiedene Optionen: etwa die Einführung eines Bonuspunkte-Systems oder einer Gutschein-Geschenkkarte, die nur bei Witzenhäuser Betrieben eingelöst werden kann. Zudem könnte der Witzenhausen.Shop auf eine neue Plattform umziehen, wo sich alle Geschäfte präsentieren können. Arbeitgeber können Sachzuwendungen von 44 Euro/Monat steuerfrei als Bonuspunkte auszahlen. Welche Funktionen genutzt werden sollen, muss noch mit den Gewerbetreibenden abgesprochen werden.

Das Dauersystem wäre für die Gewerbetreibenden eigentlich kostenpflichtig. Um sie zu entlasten, will die Stadt laut der Beschlussvorlage für die ersten 50 Geschäfte, die sich registrieren lassen, den monatlichen Tarif in Höhe von maximal 30 Euro pro Firma übernehmen. Finanziert werden soll das über die 430.000 Euro für die einmalige Gutschein-Aktion, weil dabei bereits ein Kostenanteil für die Einführung des Systems geplant war. Aus der Erfahrung bei anderen Städten sei davon auszugehen, dass 80 Prozent der Gutscheine genutzt werden und somit 20 Prozent verfallen würden, heißt es von der Stadt.

Mit diesem Kompromiss zu dem zuvor äußert umstrittenen Thema konnten alle Fraktionen leben, die Grünen zogen ihren Antrag auf die Einführung eines nachhaltigen Systems zurück. (Friederike Steensen)

Finanzierung für zusätzliche Einmal-Aktion ist gesichert

Mit der Verabschiedung des Nachtragshaushaltes hat das Stadtparlament den Weg frei gemacht für die einmalige Gutschein-Aktion auf Initiative von SPD und CDU. Dabei soll im Herbst jeder erwachsene Witzenhäuser gratis einen Gutschein über 20 Euro, jedes Kind über 50 Euro per Postwurfsendung erhalten. Diese können nur in Witzenhäuser Geschäften eingelöst werden und sollen so Kunden in die Innenstadt locken. Dafür wurden 430.000 Euro im Nachtragshaushalt bereitgestellt, die aus den Überschüssen im Vorjahr stammen. Grüne, FWG, Bunte Liste, Die Partei und Die Linke stimmten gegen den Nachtrag.

Nicht nur die Opposition hatte im Vorfeld diese Ausgabe kritisiert, auch die Ortsbeiräte von Ziegenhagen, Berlepsch-Ellerode-Hübenthal, Hundelshausen und Kleinalmerode hatten sich dagegen ausgesprochen, weil ihnen die Maßnahme zu wenig nachhaltig erschien und gleichzeitig wichtige Investitionen auf den Dörfern aufgeschoben werden. (fst)

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