„Den Menschen nahe sein“

Pfarrer Martin Laakmann wird am Sonntag verabschiedet

Von den Neuseesenern hat sich Pfarrer Martin Laakmann, hier vor der Dorfkirche, bereits am vergangenen Sonntag verabschiedet.
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Von den Neuseesenern hat sich Pfarrer Martin Laakmann, hier vor der Dorfkirche, bereits am vergangenen Sonntag verabschiedet.

Genau 38 Jahre sind es, in denen Martin Laakmann als Pfarrer seinen Dienst versehen hat. Am Sonntag ist diese lange Karriere nun vorbei, in einem Gottesdienst wird er aus dem Amt verabschiedet.

Werleshausen/Neuseesen – Acht Jahre davon hat er die Gemeindemitglieder der Witzenhäuser Ortsteile Werleshausen und Neuseesen betreut. Für Laakmann schließt sich damit auch ein Kreis. Denn schon die erste Pfarrstelle des gebürtigen Melsungers war mit Wesertal-Vernawahlshausen (Landkreis Kassel) ein kleines Dorf. Denn die Nähe zu den Menschen war und ist ihm immer wichtig, betont Laakmann.

Zu Zeiten von Corona, mit Kontaktbeschränkungen, musste er da kreativ werden. Sowieso oft mit dem Pedelec unterwegs, fuhr er die Straßen ab, betrieb „Gartenzaunseelsorge“, wie Laakmann es selbst nennt. „Es war die einzige Chance, an die Menschen heranzukommen, ihnen nahe zu sein und zuzuhören.“

Auch die Altenheimseelsorge liegt ihm sehr am Herzen. Schon an einer seiner vergangenen Stellen in Baunatal-Großenritte hat er damit angefangen und führt sie auch heute noch fort. Eines seiner großen Themen hier: Demenz, der Umgang damit und welche Hilfe die Angehörigen brauchen. Die Erkrankten nehmen, wie sie sind, Nähe geben und da sein, viel über Gefühle transportieren, das ist ihm dabei wichtig. Und Angehörigen die Möglichkeit geben, auch ihren Kummer herauszulassen.

Aber nicht nur die Älteren liegen Laakmann besonders am Herzen, auch die Jüngsten hat er im Fokus. Dabei hilft, dass der Kindergarten von Werleshausen im alten Pfarrhaus untergebracht ist, in dem sich immer noch das Dienstzimmer des Seelsorgers befindet. Er ist also mittendrin.

Theologisch beschreibt sich Laakmann durch seine zwei Semester Geologie, die der Theologie vorangingen, als „durch und durch naturwissenschaftlich geprägten Mensch“. Gerne und oft in der Natur ist es ihm ein Anliegen, die Schöpfungstheologie zu vertreten – dazu gehört der Umweltschutz. Oft fungierte er in seinen Kirchenkreisen als Umweltbeauftragter. Und: Für ihn zählt jedes Gemeindeglied. „Kirche ist nicht das Gegenüber, wir sind Kirche“, sagt Laakmann.

Auch das Singen ist eine seiner Passionen. „Ich habe bestimmt 50 Jahre in Chören gesungen“, sagt der 63-Jährige. Zuletzt – vor der zwangsweisen Corona-Pause – im Singkreis Unterrieden und in der Kantorei.

Und wie geht es nun weiter? Noch bleibt Laakmann Witzenhausen erhalten, solange seine Frau Ulrike das Amt der Dekanin innehat. Dann zieht es das Paar, das zwei erwachsene Kinder hat, nach Hofgeismar.  nde

Info: Am Sonntag wird Martin Laakmann von Pröpstin Katrin Wienold-Hocke verabschiedet. Der Gottesdienst startet um 14 Uhr vorm Dorfgemeinschaftshaus in Werleshausen. Bei schlechtem Wetter findet er großen Saal des Dorfgemeinschaftshauses statt. (nde)

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