Nach der Kommunalwahl: Wer arbeitet mit wem zusammen?

CDU sucht Partner für Stadtparlament Bad Sooden-Allendorf

Das Rathaus von Bad Sooden-Allendorf vom Marktplatz aus gesehen.
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Ob und wie die Rathausfraktionen von Bad Sooden-Allendorf im neuen Stadtparlament zusammenarbeiten, soll in den nächsten Wochen verhandelt werden.

Bei allen drei Parteien und Wählergruppen, die bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung von Bad Sooden-Allendorf zugelegt haben, herrscht naturgemäß Zufriedenheit.

Bad Sooden-Allendorf – „Wir sind sehr stolz auf unser Ergebnis“, sagte Vorsitzender Peter Siebold von der CDU, die mit einem Stimmengewinn von 8,4 Punkten auf 45,0 Prozent zur mit Abstand stärksten politischen Kraft in der Badestadt wurde. Und man habe, merkte Siebold an, neben der Wanfrieder Union das beste Ergebnis als CDU auf Kreisebene eingefahren. Den Erfolg führt er auf einen „sachorientierten und themenbezogenen Wahlkampf“ zurück, der bei den Wählern angekommen sei. Dazu habe sicherlich auch der Bürgermeister-Bonus etwas beigetragen. Nun habe man ein „junges und innovatives Team“ im neuen Stadtparlament, so Siebold.

Schon in diesen Tagen will die CDU nach seinen Worten Einladungen an alle drei Fraktionen zu getrennten Sondierungsgesprächen verschicken mit dem Ziel, „eine möglichst stabile Konstellation für die nächsten fünf Jahre zu finden“. Mit 12 von 27 Sitzen hat die CDU im neuen Stadtparlament nicht die absolute Mehrheit. Wenn man „themenbezogen und sachorientiert“ vorankommen wolle, „brauchen wir einen Partner“, so Siebold.

Von einer „guten, jungen Fraktion“ und von einem „super Ergebnis“ spricht auch Grünen-Spitzenkandidatin Heike Krumpholz angesichts eines Plus von 4,0 Prozent auf 16,9 Prozent – und das trotz eines für eine kleine Fraktion „schwierigen Wahlkampfs“. Die Zusammenarbeit zuletzt mit SPD und FWG sei sehr gut gewesen, sagt Krumpholz. Ob diese fortgesetzt wird, werde erst noch in der neuen Fraktion besprochen. Ihr Vertrauen in die CDU sei wegen des „nicht so ganz sachlichen Wahlkampfes“ etwas erschüttert, so Krumpholz. Wichtig seien ihr, die Themen Mobilität, Stadtentwicklung, Ökologie und Klimaschutz sowie Tourismus für die Stadt voranzutreiben.

„Ein Sitz mehr, ich bin zufrieden“, resümiert Lorenz Faßhauer, der Spitzenkandidat der Freien Wähler. Das sei wie schon bei der Wahl vor fünf Jahren wieder eine Steigerung. Faßhauer bedauert lediglich, dass wegen der Pandemie der direkte Kontakt zu den Wähler nicht stärker möglich war. Ob und mit wem man künftig im Stadtparlament zusammenarbeiten will, darüber wollen sich die Freien Wähler erst noch Gedanken machen. Wichtig sei hauptsächlich, dass man für „sachorientierte Politik“ stehe, „die für Bad Sooden-Allendorf gut ist“.

Eine Stellungnahme vom Spitzenkandidaten noch von einem Vertreter der SPD, mit einem Minus von 8,3 Prozent und dem Verlust von drei der bislang neun Mandate die einzige Verliererin der Kommunalwahl in Bad Sooden-Allendorf, war bis Redaktionsschluss nicht zu erhalten.

Die Wahlergebnisse in den einzelnen Bezirken:

In Kammerbach und Kleinvach/Weiden hat die CDU ihre Hochburgen, in Ellershausen/Ahrenberg hat die SPD die Nase deutlich vorn. Die Grünen punkten vor allem in Oberrieden und die Freien Wähler sind besonders beliebt in Hilgershausen/Dudenrode. Das lässt sich in Bad Sooden-Allendorf beispielsweise aus den Ergebnissen der Kommunalwahl aus den einzelnen Wahlbezirken schließen.

Aufgrund der Vielzahl an Briefwählern allerdings sind die Ergebnisse, wie die Bürger in den einzelnen Stadtteilen und Wahlbezirken direkt im Urnenwahllokal gewählt haben, nicht mehr so aussagekräftig. Und das erstmals vorgeschriebene gemeinsame Auszählen zweier kleiner Wahlbezirke – wie zum Beispiel Hilgershausen und Dudenrode – ermöglicht nun leider keine Differenzierung zwischen den beiden Dörfern mehr.

Dennoch sind noch deutliche Unterschiede festzustellen.

Dies sind die Ergebnisse der Wahlbezirke:

. Allendorf-Süd CDU: 47,45 Prozent, Grüne: 15,27, SPD: 21,29, FWG 15,9

. Allendorf-Nord: CDU: 53,34 Prozent, Grüne: 16,26, SPD: 17,56, FWG: 12,8

. Allendorf-Mitte: CDU: 50,63 Prozent, Grüne: 15,40, SPD: 20,82, FWG: 13,1

. Allendorf-Ost: CDU: 38,79 Prozent, Grüne 17,56, SPD: 28,37, FWG: 15,2

. Sooden-Süd: CDU: 52,44 Prozent, Grüne 15,08, SPD: 21,83, FWG: 10,6

. Sooden-Nord: CDU: 47,85 Prozent, Grüne: 16,05, SPD: 18,21, FWG: 17,8

. Ellershausen/Ahrenburg: CDU: 34,62 Prozent, Grüne: 12,10, SPD: 41,45, FWG: 11,8

. Hilgershausen/Dudenrode: CDU: 33,05 Prozent, Grüne: 13,92, SPD: 27,46, FWG: 25,5

. Kammerbach: CDU: 57,39 Prozent, Grüne: 5,45, SPD: 20,60, FWG: 16,56

. Kleinvach/Weiden: CDU: 56,06 Prozent, Grüne: 12,75, SPD: 15,54, FWG: 15,6

. Oberrieden: CDU: 41,10 Prozent, Grüne: 19,95, SPD: 24,78, FWG: 14,1

. Orferode: CDU: 46,98 Prozent, Grüne: 23,51, SPD: 18,05, FWG: 11,45

. Briefwahl: (alle 4 Bezirke zusammengefasst): CDU: 43,18 Prozent, Grüne: 17,98, SPD: 24,77, FWG: 14,08  sff

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