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In Witzenhausen blieb der „vegane“ Rock an

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Von: Christoph Cortis

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Mit den Quiz-Duellanten David (links) und Emil (rechts) freuen sich Susanne Pätzold und Michael Müller.
Die Flasche für den Sieger: Mit den Quiz-Duellanten David (links) und Emil (rechts) freuen sich Susanne Pätzold und Michael Müller. © Chris Cortis

Sie trage heute mal einen „veganen Lederrock“. Der sei biologisch abbaubar und löse sich in knapp zwei Stunden auf. Was sich für Voyeure vermutlich wie eine verheißungsvolle Botschaft der Blondine angehört hätte, war natürlich geflunkert.

Witzenhausen – Der Rock blieb an bei Susanne Pätzold, die am Dienstagabend mit ihrem Kollegen Michael Müller am Uni-Standort in Witzenhausen ökologischen Fragen mit Geist und Witz auf den Grund ging. Beide sind Schauspieler am Springmaustheater in Bonn, aber auch als freischaffende Künstler unterwegs.

Zum Auftakt der 29. Witzenhäuser Konferenz widmeten sie sich unter dem Titel „Wer im Treibhaus sitzt . . .“ auf höchst unterhaltsame Weise den globalen Problemen um Tierhaltung und Klimawandel und machten sich das Postulat der fünftägigen Veranstaltungsreihe zu Eigen: „Verzehrswende jetzt“.

Apropos Verzehr: „Beim nächsten Grillen Grillen grillen“, ermunterte das Duo im fast voll besetzten Hörsaal das Publikum, zum überwiegenden Teil Studierende der ökologischen Agrarwissenschaften. Den plausiblen Grund lieferten sie gleich mit: Für die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch gehen 15 000 Liter Wasser drauf, für dieselbe Menge Grillen aber nur einer.

Und geschmacklich können die proteinhaltigen Lebensmittel so weit nicht auseinander liegen, wie ein Praxistest mit der Studentin Maren offenbarte. Sie konnte einen landläufigen Fleisch-Burger kaum von einem vegetarischen oder einem Burger mit Insekten-Belag unterscheiden.

Zu einem ebenso heiteren wie lehrreichen Quiz traten die Studenten David und Emil an. Letzterer war eigens wegen der Witzenhäuser Konferenz aus Dortmund angereist, was das Auditorium mit einem Sonderapplaus quittierte.

Bei den Fragen mit jeweils vier Antwortmöglichkeiten lagen die jungen Männer nicht immer richtig. So erfuhren sie, dass eine Kuh im Jahr exakt so viel methanhaltiges Gas produziert, wie ein Mittelklassewagen, der in zwölf Monaten 18 000 Kilometer zurücklegt.

Dass man aus Kaffeesatz auch Tassen herstellen kann und in Bayern ein innovatives Unternehmen Gurkenwasser zur Glatteisbeseitigung einsetzt, dürfte vielen Zuhörern ebenso wenig bekannt gewesen sein wie die Miesmuschel als natürliches Vorbild für die Herstellung von Klebstoff. Wohl in weiter Ferne liege, dass damit auch mal Knochenbrüche geheilt würden, mutmaßte Michael Müller.

Ihr reiches Wissen, humorvoll mit Videoeinspielungen vorgetragen, würzten die Schauspieler mit kraftvollem Gesang nach bekannten Melodien.

Das Duo mit herzlichen Worten willkommen geheißen hatte Studienkoordinator Holger Mittelstraß, im Stadtteil Unterrieden auch als stellvertretender Ortsvorsteher bekannt.  (zcc)

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