Witzenhausen

Beim Tanzen hat’s gefunkt: Ute und Walter Apel feiern Diamantene Hochzeit

Sie sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Ute und Walter Apel.
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Sie sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Ute und Walter Apel.

Beim Tanz auf der Kirmes 1956 in Velmeden lernten sich Ute und Walter Apel kennen, vier Jahre später heirateten die beiden. Das war auf den Tag genau vor 60 Jahren, heute feiern sie, bei schönem Wetter im Garten, ihre Diamantene Hochzeit.

Velmeden - Nicht weit voneinander waren beide aufgewachsen: Ute in Walburg, wo ihre Eltern kurz nach ihrer Geburt 1938 aus Küchen hingezogen waren. Der zwei Jahre ältere Karl Walter, allen bekannt nur unter dem Namen Walter, stammt aus dem drei Kilometer entfernten Velmeden.

Auch wenn Ute, eine geborene Presler, im Alter von 15 Jahren mit ihren Eltern wieder nach Küchen zog, die Verbindung zu Velmeden, wo ihre Cousine wohnte, blieb erhalten. „In Velmeden war immer viel mehr los“, erinnert sich die 81-Jährige noch genau an die zahlreichen Feste im Ort, heute Stadtteil von Hessisch Lichtenau. Mit Vaters Moped waren für sie die drei Kilometer mehr von Küchen über Walburg kein Problem.

Jeden Tanz absolvierten die beiden zusammen auf der Kirmes in Velmeden

Auf der Kirmes 1956 in Velmeden funkte es dann zwischen den beiden. Wie bei Tanzveranstaltungen damals üblich saßen die Mädchen vor der Bühne, die Jungen standen an der Theke. Griffen die Musiker dann zu ihren Instrumenten, setzte das Rennen der Burschen um die Auserwählte ein.

Walter hatte sich für Ute interessiert und war erfolgreich: jeden Tanz absolvierten die beiden zusammen. Danach trafen sie sich, so oft die kleine Landwirtschaft im Elternhaus von Walter es zuließ, sein Vater war im selben Jahr verstorben. 1958 verlobte sich das junge Paar, zwei Jahre später kam die Hochzeit.

„An einem Freitag, dem 13., hätte ich nie geheiratet“, ist sich die abergläubische Jubilarin sicher. Aber mit Samstag, den 13. August 1960, hatte sie kein Problem. Nach der Trauung im Standesamt in Walburg ging‘s noch am selben Tag in die Velmedener Kirche, wo ihnen Pfarrer Otto Diehl den Segen erteilte.

Frisch vermählt: Das Foto zeigt Ute und Walter Apel nach der Trauung.

An die Hochzeitsfeier in Walters Elternhaus mit 70 Personen, verteilt auf zwei Räume mit insgesamt 32 Quadratmetern, können sich die beiden noch gut erinnern. Das Haus in der Gilsbergstraße, in dem die Jubilare noch heute wohnen, hatte Walter bereits vor der Hochzeit umgebaut, sodass das junge Paar und die verwitwete Mutter genügend Platz darin fanden.

1967 kam Sohn Andreas auf die Welt, 1972 wurde mit einem Anbau das Haus vergrößert. In ihren Urlauben haben die beiden halb Europa bereist. Der Urlaub 1989 in Südtirol wurde zum besonderen Erlebnis: Ute und Walter lernten die „Südtiroler Spitzbuam“ kennen. Als Vorsitzender im Turn- und Sportverein engagierte er nach Rücksprache mit dem Vorstand die Musiker für die Kirmes im darauffolgenden Jahr und noch einmal in 1995.

Ute, die als junges Mädchen in der Zigarrenfabrik in Waldkappel, später in der Näherei der Lichtenauer Firma Fröhlich und Wolff gearbeitet hat, dazu über Jahre ihre Mutter und ihre Schwiegermutter pflegte, hielt sich fit in der Gymnastikgruppe des örtlichen Sportvereins. Walter, zuletzt als Hauptsekretär der Deutschen Bundesbahn auf dem Bahnhof Epterode tätig, engagierte sich mehrfach ehrenamtlich.

Sowohl im Sportverein als auch im Heimat- und Kulturverein, dessen Mitgründer er war, führte er den Vorsitz. Seit 60 Jahren ist er Mitglied der SPD, war Ortsvorsteher und Stadtverordneter. Für sein Engagement wurde er mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und der Willi-Brandt-Medaille ausgezeichnet. ( Lothar Röss )

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