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Die Kirche in Friedrichsbrück wurde 1955 errichtet

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Von: Kristin Weber

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Pfarrerin Anja Peters zeigt die Skizzen des Künstlers Helmutlangenhagen für das Licht der Hoffnung, über die abgestimmt wurde.
Pfarrerin Anja Peters zeigt die Skizzen des Künstlers Helmutlangenhagen für das Licht der Hoffnung, über die abgestimmt wurde. © Krsitin Weber

47 Gotteshäuser der evangelischen Kirche gibt es im ehemaligen Kirchenkreis Witzenhausen. Jede Kirche hat mindestens eine spannende Geschichte zu erzählen. Heute: Friedrichsbrück

Friedrichsbrück – Die Dorfkirche im kleinen Ort Friedrichsbrück feierte im Jahr 2020 gerade Mal ihr 65-jähriges Bestehen. Damit ist sie unter den historischen Dorfkirchen, die wir in dieser Serie bisher vorgestellt haben, allerdings nicht einmal die jüngste. Die neue Kirche in Weißenbach wurde 1971 eingeweiht. Wenn man auf ein Luftbild von Friedrichsbrück schaut, macht der Ort als Straßendorf einen sehr organisierten Eindruck. Kein Wunder, die Siedlung wurde 1777 durch Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel planmäßig angelegt und begann mit zehn einander gegenüberliegenden Kolonisten-Häusern. Hier wurden Familien aus Nassau-Weilburg im Lahntal, in Nordhessen angesiedelt.

Bilder der Konfirmanden schmücken den Kircheninnenraum.
Bilder der Konfirmanden schmücken den Kircheninnenraum. © Weber, Kristin

Zur Kirche mussten die Bewohner damals noch nach Hessisch Lichtenau gehen - zu Fuß. Durch den Wald auf dem Kirchenpfädchen seien es über den Berg aber nur drei Kilometern gewesen, wie Erich Mühlhause und Walter Range vom Kirchenvorstand berichten. Seit 1881 gab es eine Dorfschule im Ort, eingerichtet durch die Stiftung der Gräfin Luise Gose, in der ebenfalls Gottesdienste stattfinden konnten. Mitte der 1950er Jahre wollten die Bewohner dann jedoch eine eigene Kirche. Das Grundstück wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt, die auch einen Teil mitfinanzierte. Zudem kamen Spenden aus jedem Haushalt hinzu. „Jeder spendete so viel, wie er nur konnte“, schrieb der damalige Pfarrer Hans Werner Biehn. „Es gab niemanden, der nicht selbst mit Hand anlegte beim Bau der Kirche. Denn jeder verstand diese Kirche als unsere, als meine Kirche, als unser Haus Gottes in Friedrichsbrück.“ Erich Mühlhause, heute Kirchenältester, war damals 18 Jahre alt und hat selbst noch Verpflegung und Baumaterial herangeschafft und mitgebaut.

Kirchenserie, Kirche Friedrichsbrück Pfarrerin Anja Peters zeigt die Skizzen des Künstlers Helmutlangenhagen für das Licht der Hoffnung, über die abgestimmt wurde
Kirchenserie, Kirche Friedrichsbrück Pfarrerin Anja Peters zeigt die Skizzen des Künstlers Helmutlangenhagen für das Licht der Hoffnung, über die abgestimmt wurde © Weber, Kristin

Der Grundstein wurde am 14. Mai 1955 durch Bürgermeister Franz Ludwig gesetzt. Die Ausführung übernahm die Firma Karl Küllmer aus Hessisch Lichtenau. Am 1. November konnte der fertige Bau bereits eingeweiht werden.

Zur Einweihung der Glocken sang damals der Schulchor unter der Leitung von Dorflehrer Wilhelm Dreyer. Die alten Fotos von damals sind immer noch erhalten. 1997 bekam die Kirche neue Fenster und eine neue Heizung, da die alte einigen Besuchern die Schuhsohlen angesengt hatte. An der Wand hinter dem Altar fertigte der Lichtenauer Maler Helmut Langenhagen zudem ein großformatiges Ornament an: Das Hoffnungslicht. Dafür machte er zunächst mehrere Entwürfe, über welche die Gemeinde abstimmen konnte. Die Skizzen sind heute noch in der Kirche zu sehen. „Dieses Kunstwerk ist etwas Besonderes“, sagt Pfarrerin Anja Peters. „Das Kreuz im Vordergrund steht für das Leiden Christi.“ Dahinter erhebt sich nun der leuchtende Strahlenkranz der Hoffnung mit funkelnden Sternen. Weitere Gemälde, die heute die Wände zieren, wurden von den Konfirmanden angefertigt.

Das Licht der Hoffnung von dem Lichtenauer Maler Helmut Langenhagen wurde 1997 angebracht.
Das Licht der Hoffnung von dem Lichtenauer Maler Helmut Langenhagen wurde 1997 angebracht. © Weber, Kristin

2016/17 sollte der Anstrich außen erneuert werden, da die alte, weiße Farbe fleckig geworden war. In einem Findungsprozess wurde entschieden, dass das Gebäude wieder weiß sein sollte. Der Turm jedoch wurde auf Vorschlag von Pfarrerin Peters rot gestrichen, so rot wie das Gesangbuch. Zuletzt wurde die Kirche 2018/19 renoviert, das Dach und die Friedhofshalle wurden ausgebessert. Der Kirchenvorstand in Friedrichsbrück ist sehr engagiert und eng verbunden mit seiner Kirche. Vor dem Ausbruch der Pandemie gab es viele gemeinsame Feste auf der Wiese rund um die Kirche, wie etwa 2015 zum 60-jährigen Jubiläum der Kirche. Mit Beginn der Corona-Pandemie kam es aber auch hier zu Einschränkungen.

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