Reaktionen der Parteien und Wählergruppen auf die Wiederwahl von Frank Hix

Opposition will Bad Sooden-Allendorfs CDU-Bürgermeister die Hand reichen

Im Seniorentreffpunkt in Bad Sooden-Allendorf werden Briefwahlumschläge sortiert,  hier von Klaus Kessler (von links), Heidi Bohn und Carsten Becker.
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Viel Arbeit: Im Seniorentreffpunkt, dem dritten von vier Briefwahlbezirken in Bad Sooden-Allendorf, hatten die neun Wahlhelfer am Sonntagabend alle Hände voll zu tun. Dort wurden nicht nur Stimmen aus der Kernstadt, sondern auch die aller neun Stadtteile ausgezählt. 652 Briefwahlumschläge mussten zunächst sortiert werden, hier von Klaus Kessler (von links), Heidi Bohn und Carsten Becker.

Mit Ausnahme der gemeinsam ausgezählten Wahlbezirke Ellershausen und Ahrenberg war die Entscheidung in allen Wahlbezirken von Bad Sooden-Allendorf bei der Bürgermeister-Direktwahl am Sonntag eindeutig: Nur in Ellershausen/Ahrenberg hatte Herausforderin Sandra Rhenius-Thimm (parteilos) mit 49,2 Prozent der Stimmen gegenüber Amtsinhaber Frank Hix (CDU) mit 37,3 Prozent die Nase vorn. Ansonsten kam Hix – mit Ausnahme von Allendorf-Ost (48,9) und Hilgershausen/Dudenrode (49,1) über die 50-Prozent-Marke.

Bad Sooden-Allendorf – Sein bestes Ergebnis erzielte Bürgermeister Hix im gemeinsamen Wahlbezirk Kleinvach/Weiden mit 73,9 Prozent. Dort kam Rhenius-Thimm nur auf 26,1 Prozent, in Kammerbach waren es sogar nur 22,3 Prozent.

Der unabhängige Bewerber Manfred Heidl, der insgesamt mit 6,1 Prozent abgeschlagen auf Platz 3 landete, bekam die meisten seiner insgesamt 262 Stimmen in seinem Wohnort Sooden: 46. In Kleinvach/Weiden ging er sogar leer aus.

Mit diesem Ergebnis hätten die Wähler „den faktenbezogenen und sachorientierten Kurs“ von Frank Hix als Bürgermeister „wertgeschätzt und bestätigt“, erklärte Peter Siebold, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Bad Sooden-Allendorf. „Wir freuen uns alle riesig“, fügte Georg von Lüninck, der bisherige CDU-Fraktionschef, zur Wiederwahl Hix’ an. Die heftigen Aussagen im Wahlkampf, wonach die meisten CDU-Stadtverordneten nicht hinter dem Bürgermeister stünden, hätten schon polarisiert. Die Bürger hätten das aber anders gesehen. Auch hätten sie verstanden, dass Hix viel damit zu tun hatte, dass „die Schulden der Stadt in seiner Regierungszeit erheblich reduziert wurden“. Von Lüninck: Da habe der Bürgermeister in der harten Zeit des Rettungsschirmes „die meisten Dinge wohl richtig gemacht.“

Enttäuscht über das klare Ergebnis für Hix äußerte sich auf Anfrage Grünen-Sprecherin Heike Krumpholz. Andererseits sei gut ein Drittel aller Stimmen angesichts eines außerordentlichen Wahlkampfes, den man in Coronazeiten habe stemmen müssen, ein gutes Ergebnis, sagte Krumpholz. Sie hatte einen knapperen Wahlausgang erwartet und auf eine Stichwahl gehofft. Aber die Badestädter hätten „den Wechsel im Rathaus nicht gewollt“, sagte die Grüne.

Margit Pfeil, die Vorsitzende des FDP-Ortsverbands, der zusammen mit SPD, Grünen und FWG die Kandidatur Rhenius-Thimm unterstützt hatte, wollte gestern Vormittag zum Ausgang der Wahl telefonisch keine Stellungnahme abgeben.

Eine „gemeinsame Presseerklärung“ der vier Sandra Rhenius-Thimm unterstützenden Ortsverbände schickte am Nachmittag der bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Hieronimus. Das Ergebnis „werden wir demokratisch akzeptieren und als Opposition weiterhin für die Stadt arbeiten“, heißt es darin.

Trotz Erwartung eines besseren Ergebnisses sei man „stolz darauf, dass ein gutes Drittel der Stimmen auf unsere Kandidatin entfallen sind“. Sie habe das Ergebnis des SPD-Bürgermeisterkandidaten vor sechs Jahren um sieben Prozent steigern können.

Der Verbund von SPD, Grünen, FWG und FDP habe einen „guten, ehrlichen und fairen Wahlkampf gemacht“, heißt es ferner in der Mitteilung. Man sei aber traurig, dass man einen auf den Dialog mit den Bürgern orientierten Wahlkampf wegen der Corona-Einschränkungen nicht wie geplant führen konnte.

Abschließend heißt es, man wünsche Bürgermeister Hix einen guten Start in seine neue Amtszeit und reiche „ihm die Hand für eine verbindliche, konstruktive und professionelle Arbeit für unsere Stadt“.

Ergebnisse in den Wahlbezirken

So wurde in Bad Sooden-Allendorf bei der Bürgermeister-Direktwahl am Sonntag in den Wahlbezirken abgestimmt:

Allendorf-Süd: Frank Hix 95 Stimmen (61,7 Prozent), Sandra Rhenius-Thimm 47 (30,5), Manfred Heidl 12 (7,8)

Allendorf-Nord: Hix 133 (65,8), Rhenius-Thimm 57 (28,2), Heidl 12 (5,9)

Allendorf-Mitte: Hix 131 (67,2), Rhenius-Thimm 51 (26,2), Heidl 13 (6,7)

Allendorf-Ost: Hix 64 (48,9), Rhenius-Thimm 54 (41,2), Heidl 13 (9,9)

Sooden-Süd: Hix 122 (59,5), Rhenius-Thimm 66 (32,2), Heidl 17 (8,3)

Sooden-Nord: Hix 110 (50,9), Rhenius-Thimm 77 (35,6), Heidl 29 (13,4)

Ellershausen/Ahrenberg (wurde zusammengefasst): Hix 22 (37,3), Rhenius-Thimm 29 (49,2), Heidl 8 (13,6)

Hilgershausen/Dudenrode (wurde zusammengefasst): Hix 52 (49,1), Rhenius-Thimm 46 (43,4), Heidl 8 (7,5)

Kammerbach: Hix 68 (72,3), Rhenius-Thimm 21 (22,3), Heidl 5 (5,3)

Kleinvach/Weiden (wurde zusammengefasst): Hix 51 (73,9), Rhenius-Thimm 18 (26,1), Heidl 0 (0,0)

Oberrieden: Hix 68 (54,8), Rhenius-Thimm 45 (36,3), Heidl 11 (8,9)

Orferode: Hix 59 (63,4), Rhenius-Thimm 30 (32,3), Heidl 4 (4,3)

Briefwahl: Hix 1467 (56,0), Rhenius-Thimm 1020 (38,9), Heidl 133 (5,1)

Gesamtergebnis: Hix 2442 (57,3), Rhenius-Thimm 1561 (36,6), Heidl 262 (6,1)  sff

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