Sicherheit vor Corona-Ansteckung ist den Urlaubswilligen am wichtigsten

Die Reiselustigen aus dem Werra-Meißner-Kreis zieht es zu Sonne und Strand

Sonne, Sand und Meer an der Küste im Süden Kretas, hier nahe Matala
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Sonne, Sand und Meer: Auch die Küste im Süden Kretas, hier nahe Matala, ist beliebt.

Spätestens, nachdem Bundesaußenminister Maas davon sprach, dass im Sommer – auch für nicht gegen Corona geimpfte Menschen – wieder Urlaub möglich sein dürfte, wandelt sich die Hoffnung vieler Menschen auch im Werra-Meißner-Kreis in gezielte Suche nach einem Ferienort. Und die erfolgt nicht nur im Internet, sondern dazu wird auch wieder das Reisebüro des Vertrauens kontaktiert.

Werra-Meißner – „Die Nachfrage ist jetzt schon enorm“, sagt Silvia Vogel vom Reisebüro Vogel in Eschwege. Bis Anfang voriger Woche sei „fast gar nichts“ los gewesen. Nun ist sie erleichert, dass das Geschäft wieder beginnt. „Das freut uns schon riesig“, sagt sie auch im Namen ihrer Mitstreiterin Kollegin Christine Bebendorf. Sie hoffen sogar auf einen weiteren Ansturm, denn „viele haben Reiselust und warteten nur auf den Startschuss.“

Mittlerweile buchte das Reisebüro Vogel für Kunden schon spontane Flüge, aber hauptsächlich Urlaubsreisen in den Sommer- und auch den Herbstferien. Reisen außerhalb der Ferientermine und im Winter seien aber auch schon in Auftrag gegeben worden.

Seit eineinhalb Wochen ist – wenn auch noch verhalten – ebenso bei Michael Hobbie vom Reisebüro „Auf und Davon“ in Sontra wieder das Nachfragen nach Urlaubsangeboten angelaufen. Gerade weil auch die Quarantäne-Bestimmungen für Urlaubsrückkehrer für einige Länder aufgehoben worden seien, wie er sagt. „Die Menschen sind neugierig und wollen buchen“, stellt er sich zunächst auf viel Beratungsarbeit ein. Hobbie plant daher, sein zuletzt geschlossenes Büro ab Juni für zunächst zwei Tage pro Woche und bei Bedarf auch am Samstag wieder zu öffnen.

„Es zieht wieder an“, sagt auch Wolfgang Punzet vom Soodener Reisebüro in Bad Sooden-Allendorf. Aber wegen der vielen zum Teil auch unterschiedlichen Corona-Auflagen und Erfordernisse stellt er einen erhöhten Beratungsaufwand fest. Doch immerhin kriege man wieder Kunden ans Ohr, spricht Punzet von einem „guten Gefühl“. Endlich habe man wieder Arbeit, die zu einem Ergebnis kommen kann – „nicht nur zu Stornierungen“.

Und wohin zieht es die Reiselustigen aus dem Werra-Meißner-Kreis, welche Urlaubsorte sind besonders nachgefragt? Zunächst richte sich die Auswahl danach, wo viel Sicherheit bezüglich Corona besteht. Das sei wichtiger als die Möglichkeit, sich frei bewegen zu können, hat Silvia Vogel vom Reisebüro Vogel in Eschwege festgestellt. Denn ein paar Einschränkungen wegen Hygienebestimmungen werde es noch weiterhin geben, das wüssten die Urlaubswilligen.

Vogel und ihre Kollegin Christine Bebendorf haben Griechenland, die Balearen und die Kanaren als derzeit beliebteste Reiseziele ausgemacht. Aber auch Kreuzfahrten, ob nah oder fern, würden angefragt. Und das, bestätigt Wolfgang Punzet vom Soodener Reisebüro, obwohl derzeit nur wenige Landausflüge möglich seien. Auch Gardasee und überhaupt Norditalien sowie Kroatin, wo man auch noch mit dem Auto hinfahren könnte, hat Punzet auf der Liste.

Außerdem ist Urlaub in Deutschland im Trend, heißt es aus den hiesigen Reisebüros übereinstimmend. Wobei die Quartiere an Nord- und Ostsee bereits weitgehend ausgebucht seien, sagt Michael Hobbie vom Reisebüro „Auf und Davon“ in Sontra. Viele Ziele, die mit dem Auto erreichbar sind, sieht er auch im Nachbarland Österreich.

Wer sich in den Flieger setzen will, steuert auch Spanien wieder an. Und selbst die Türkei werde nachgefragt, so Hobbie, was er sich mit deren derzeitiger „Werbung ohne Ende“ erklärt. Für zwei Familien habe er jetzt die türkische Riviera gebucht – „all inclusive“. Die wollten gar nicht groß aus dem Hotel.

Für alle Fälle könne jetzt auch ein Sicherheitspaket mitgebucht werden, um bis 14 Tage vor der Reise noch kostenfrei zurücktreten zu können. „Das gibt auch ein Stück Sicherheit“, meint Hobbie.

Für Sicherheit vor Corona geben die Urlaubswilligen auch gern etwas mehr Geld aus, überhaupt seien statt Schnäppchen hochwertige Angebote gefragt.

Die Kunden sicherten sich auch lieber mehr Platz, also eher ein Appartement als ein Doppelzimmer und nähmen auch den Rat an, anstelle eines längeren Bustransfers im Urlaubsland einen Mietwagen zu ordnen, um sich sicherer vor Ansteckung zu fühlen, berichtet Wolfgang Punzet.

Wegen der vielen Unsicherheiten, welche Corona-Einschränkungen und Risiken es wo gibt, werde der große Reiseboom, da sind sich die hiesigen Reisekaufleute einig, auch frühestens im nächsten Jahr einsetzen. Wobei der Reisedrang in Großstädten, wo viele Menschen in kleinen Wohnungen sogar ohne Balkon lebten, dann stärker ausfallen dürfte.  (sff)

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