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Digital zum Führerschein

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Von: Jacob von Sass von Sass

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Lernmittel, die heute nicht mehr gebraucht werden: Wandtafeln mit Magnetpömpeln sind durch die Digitalisierung überflüssig geworden.
Lernmittel, die heute nicht mehr gebraucht werden: Wandtafeln mit Magnetpömpeln sind durch die Digitalisierung überflüssig geworden. © Swen Pförtner/dpa

In den Fahrschulen hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Hier die Erneuerungen.

Witzenhausen – Der Erwerb des Führerscheins ist für viele junge Erwachsene einer der ersten Schritte in die Unabhängigkeit von den Eltern. Bevor die Prüflinge allerdings die Fahrerlaubnis in den Händen halten, sind einige Theorie- und Praxisstunden in der Fahrschule zu absolvieren. Hier hat die Digitalisierung in den vergangenen Jahren einige Prozesse verändert und vor allem auch erleichtert. Wir haben mit Stefan Schnücker, Betreiber der Fahrschule „Die Scheinfirma“ in Witzenhausen, über das Thema gesprochen.

Insbesondere die vergangenen zwei Pandemie-Jahre haben in der Fahrschule von Schnücker dazu beigetragen, dass die Digitalisierung in seinem Betrieb immer weiter voranschreitet: „Während der Pandemie hat die Onlinepräsenz eine große Bedeutung bekommen. So habe ich im Lockdown das komplette Anmeldeverfahren digitalisiert. Das heißt, dass Interessenten nicht mehr in die Fahrschule kommen müssen, um sich anzumelden.“ Die Fahrschüler können nun ein Angebot online anfordern. Bis zum Abschluss des Ausbildungsvertrages verliefe alles komplett digital, berichtet Schnücker.

Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung in den Fahrschulen sei außerdem, dass die Fahrschüler durch digitale Medien, die auf den Smartphones installiert werden, nun überall und jederzeit für die Theorieprüfung lernen können. Auch Schnücker hat dadurch einen Vorteil: „Der aktuelle Lernstand kann durch den Fahrlehrer eingesehen und so auch die Prüfungsreife der Fahrschüler ermittelt werden.“

Durch die Digitalisierung ergeben sich aber nicht nur Vorteile für den Lehrer und seine Prüflinge. So beschleunige und vereinfache sie zwar viele Prozesse und Abläufe, aber würde auch dazu beitragen, dass der Kontakt zu den Menschen unpersönlicher werde, berichtet Schnücker. „Man kennt die Menschen hinter den Namen nicht und lernt sie erst beim ersten Theorieunterricht kennen.“

Erneuerungen auf den Internetseiten der hessischen Regierungspräsidien sollen den Fahrlehrern ebenfalls Arbeit abnehmen. So heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen, dass Bürger über den digitalen Weg eine Lizenz für eine neue Fahrschule beantragen können. Hierzu sagt Schnücker: „Diese Anträge musste ich zu meiner Zeit schon stellen, trotzdem aber noch die Ausbildung zum Fahrlehrer durchlaufen und später die erforderlichen Nachweise erbringen, um eine Fahrschule eröffnen zu können.“

Nicht alle Modernisierungen helfen also unbedingt im Alltag der Fahrschulbetreiber weiter. Dennoch möchte Schnücker vieles in Zukunft nicht mehr missen, erklärt der Fahrlehrer, der jetzt schon seit 1995 seinen Schülern das Autofahren in Witzenhausen beibringt. „Die neue Software deckt über Neuanmeldungen, Terminvergabe, Fahrstunden verbuchen und Lernstandkontrolle alles ab. Selbst das Rechnungswesen wird komplett übernommen. Das bedeutet für mich eine immense Zeitersparnis bei der Büroarbeit.“ (Jakob von Sass)

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