Discounter sucht neuen Standort: Zukunft von Aldi ist Thema im Bauausschuss

Diese möglichen Standorte für Aldi sind in der Diskussion: Das Gelände von Autohaus Bernhardt (1), das Areal gegenüber von Aldi (2), der derzeitige Standort (3), eine Lage quer auf dem Laubenweg, der zur Sackgasse würde (4) und der Festplatz (5).

Witzenhausen. Wohin zieht Aldi? Diese Frage beschäftigt wieder die städtischen Gremien in Witzenhausen. Denn Aldi sucht einen neuen Standort, um seinen Markt vergrößern zu können.

Am Dienstag, 5. Juli, soll der Bauausschuss ab 19 Uhr im Rathaussaal öffentlich darüber beraten, nachdem Projektentwickler Dr. Ewald Plaisier und ein Vertreter von Aldi den aktuellen Planungsstand vorgestellt haben.

In den Beschlussvorlagen finden sich elf Standort- und Bauvarianten, davon neun im Bereich „Laubenweg“ nahe des jetzigen Standortes. Einige sehen vor, dass der Markt auf dem südlichen Ende des Laubenwegs entsteht - die Stadtwerke wären dann nur noch über die Straße „Hinter dem Deich“ erreichbar. Andere Vorschläge zeigen einen Markt auf der Nord-Ost-Ecke des Josef-Pott-Platzes, der für das Erntefest genutzt wird.

In seiner Beschlussvorlage geht der Magistrat in gewisser Weise auf Konfrontationskurs mit Aldi: Das Gremium favorisiert einen Neubau am Laubenweg, weil sich die Nähe des Discounters zu Tegut mit seinem Vollsortiment bewährt habe. Der Magistrat fürchtet, dass das Verkehrsaufkommen am B-80-Kreisel steigt, wenn der Aldi-Markt auf die andere Straßenseite verlagert wird.

Doch genau das hatten Planer des Discounters vor. Sie hatten bereits vor einem Jahr im Bauausschuss deutlich gemacht, dass der Standort des jetzigen Autohauses Bernhard „das Sahnestück“ bei ihren Überlegungen wäre. Eine Option für die Planer war auch, das dreieckige Grundstück gegenüber des Aldi-Marktes zu erwerben und neu zu bebauen. Einen Neubau am aktuellen Standort lehnten sie ab, weil die Zahl der Parkplätze sinken würde, wenn vor Ort neu gebaut würde.

Die Stadt bleibt aber hart - zumindest ist das der Eindruck aus der Beschlussvorlage: Demnach müsse Aldi sein Anliegen den städtebaulichen Belangen der Stadt unterordnen. Die Stadt macht noch weitere Vorgaben: So darf die Existenz des Festplatzes „unter Beachtung aller derzeitigen Nutzungsansprüche“ nicht in Frage gestellt werden. Das schließt einen Neubau im Bereich des Josef-Pott-Platzes vermutlich aus. Ob die Einrichtung von Aldi-Parkplätzen auf dem Festplatz möglich ist, wenn sie für das Erntefest nutzbar sind, müssen die städtischen Gremien entscheiden, sagt Bauamtsleiter Bernd Westermann auf Anfrage. Ferner fordert der Magistrat, dass für das alte Aldi-Gebäude eine Nachnutzung gefunden werden muss, die jedoch die Geschäfte in der Innenstadt nicht gefährden darf.

Ein abschließender Beschluss zur Standortplanung soll am Dienstag, 12. Juli, im Stadtparlament gefasst werden.

Derzeit hat der Aldi-Markt am Laubenweg eine Verkaufsfläche von 750 Quadratmetern. Sie soll, der Marktstrategie von Aldi folgend, auf 950 Quadratmeter vergrößert werden - ohne, dass das Sortiment nennenswert erweitert würde. Nur ein neuer Backautomat ist geplant.

Die Vergrößerung sei zur Verbesserung der Abläufe im Markt und der besseren Erreichbarkeit der Produkte in niedrigeren Regalen vor allem für ältere Kunden nötig, heißt es in der Auswirkungsanalyse, die die BBE Handelsberatung bereits 2012 zur Vergrößerung von Aldi in Witzenhausen erstellt hat. Laut dieser Studie hat eine Vergrößerung auf 950 Quadratmeter keine großen negativen Auswirkungen auf die umliegenden Lebensmittelgeschäfte. So langsam drängt jetzt eine Lösung, weil der Mietvertrag für den aktuellen Markt 2020 ausläuft. Die nächsten Aldi-Märkte sind in Bad Sooden-Allendorf, Hessisch Lichtenau und Hann. Münden.

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