Diskussion per Livestream

Kulturgemeinschaft Witzenhausen blickt zurück aufs Jahr

Gut gelaunt: Die beiden Kulturvereins-Vorsitzenden Gardis von Gersdorff und Stephan Brübach führten gemeinsam durchs einstündige Programm.
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Gut gelaunt: Die beiden Kulturvereins-Vorsitzenden Gardis von Gersdorff und Stephan Brübach führten gemeinsam durchs einstündige Programm.

Wie war das Corona-Jahr 2020 mit Blick durch die regionale kulturelle Brille? Diese Frage stand am Mittwochabend im Mittelpunkt eines Internet-Livestreams.

Witzenhausen – Die Kulturgemeinschaft Witzenhausen als Veranstalter ließ verschiedene Akteure aus der Region ihre Sicht der Dinge schildern.

„Hinter uns liegt ein aufregendes und so ganz anderes Jahr“, begann Gardis von Gersdorff, zweite Vorsitzende der Kulturgemeinschaft. Trotz der Unmöglichkeit des gewohnten Kulturlebens hätten sich viele Witzenhäuser Institutionen, Vereine und auch Privatpersonen „redlich Mühe“ gegeben, die Motivation und auch den Kulturbetrieb am Laufen zu halten. „Digitales Erntefest und Kesperkirmes sowie ein kleines Open-Air-Konzert zum Tag des offenen Denkmals sind ein paar Beispiele für Aktionen, die in diesem Jahr umgesetzt wurden, wenn auch kleiner als sonst“, so von Gersdorff.

Kirschprinzessin Anna Romanov bekam, wie das übrige 2019 gewählte Kirschkönigshaus, wegen der ausgefallenen Kesperkirmes eine zweite „Amtszeit“. Sie berichtete von starken Einschränkungen, ausgefallenen Auftritten und der vermehrten Aktivität in den sozialen Netzwerken sowie verschiedenen Aktionen vor Ort wie dem Kirschenpflücken für Altenheime. Danach zog Witzenhausens Bürgermeister Daniel Herz Bilanz für 2020. „Es war ein Jahr, in dem sich das Alltagsleben komplett verändert hat und in dem es fast täglich neue Verordnungen gab, die umgesetzt werden mussten“, sagte er. Es sei ein „turbulentes, durch fehlende Kulturveranstaltungen gleichzeitig aber auch sehr fades“ Jahr gewesen. Gleichzeitig habe man in dieser Zeit gesehen, „wie wichtig und richtig“ kommunale Einrichtungen wie das Witzenhäuser Krankenhaus seien. „Ein großer Segen waren die vielen großartigen Nachbarschaftshilfen, die nach dem Ausbruch der Pandemie aus dem Boden geploppt sind“, so der Bürgermeister.

Für Johannes Siebold, den Geschäftsführer der Tourist Information Witzenhausen, war es ein schwieriges Jahr. „Man hing immer in den Seilen“, sagte er. „Wenn man etwas geplant hat, dachte man gleichzeitig immer, dass man es sowieso nicht machen kann.“ Vor allem was die in seinen Augen „unheimlich wichtige und vielfältige“ Kulturlandschaft Witzenhausens angehe, zeigte sich Siebold gleichzeitig aber auch optimistisch. „Ich denke, dass 2021 Veranstaltungen mit gutem Hygienekonzept stattfinden können.“

Der Kulturgemeinschafts-Vorsitzende Stephan Brübach hob die erfreulichen Facetten des abgelaufenen Jahres in den Vordergrund. „Wir haben in diesem Jahr kollektiv gelernt, was Entschleunigung heißt“, sagte er. Für die Zukunft sei es wichtig, die positiven Aspekte der Digitalisierung zu nutzen. „Wir werden am Ende des Tages die Werte neu einmessen und feststellen, was uns wichtig ist und was wir vermisst haben“, so Brübach. (Per Schröter)

Die Veranstaltung kann auf der Video-Plattform Youtube angeschaut werden.

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