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Doch zwei Entwürfe für  Witzenhausens Marktplatz

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Sollen bleiben: Nun wollen plötzlich zwei Planer doch alle Platanen erhalten.   

Witzenhausen – Die Marktplatzumgestaltung in Witzenhausen ist stets für Überraschungen gut: Aus der vermeintlich sicheren Abstimmung für den drittplatzierten Wettbewerbs-Entwurf von Franz Reschke wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei Planungsbüros.

Eigentlich hatte der Bauausschuss vorige Woche eine Anerkennung des Bürgerbegehrens, eine Bürgerversammlung mit Reschke (Berlin) und die Umsetzung seines Vorschlags empfohlen. Dieser hatte von Anfang an mit den meisten Bürgerwünschen übereingestimmt und wurde daher vom Bauamt als Alternative für den vom Bürgerbegehren abgelehnten Entwurf präsentiert. Doch dann ging am Dienstag im Bauamt eine E-Mail des Planungsbüros Impuls Landschaftsarchitektur (Jena) ein – den Siegern des Architektenwettbewerbs. Sie hatten nach eigenen Angaben aus der Presse von dem angedachten Vorgehen erfahren und erklärten sich nun überraschend ebenfalls bereit, alle elf Platanen zu erhalten und den Kump doch nicht zu verlegen. Im März hatten sie das noch ausgeschlossen.

Diese Neuigkeit, die die Fraktionschefs am Dienstag gegen 14 Uhr erfuhren, sorgte am Abend für ratlose Gesichter. In einer eilig anberaumten Sitzung formulierte das Präsidium einen neuen Antrag: Danach sollen beide Büros in einer Bürgerversammlung Ende Oktober ihre Entwürfe präsentieren. Datum und Ort sind noch offen. Nach diesem Dialog mit Bürgern soll das Parlament am Dienstag, 5. November, endgültig entscheiden, welcher Entwurf umgesetzt wird. Zudem müssen die Planer vor der Bürgerversammlung Honorarvorstellungen einreichen. Wie Stadtverordnetenvorsteher Peter Schill erklärte, könnte man dann bei ähnlichen Entwürfen „im Zweifel am Honorar für die Architektenleistung die Wirtschaftlichkeit festmachen.“ Bevor das Parlament einstimmig für den Plan votierte, bilanzierte Schill angesichts der stark angepassten Wettbewerbsbeiträge: „Es ist in einer Kleinstadt offenbar schwierig, Dinge zu verändern, die seit Jahrzehnten bestehen.“

Nach Einschätzung von Bauamtsleiter Bernd Westermann könnten die Kosten für die Architekten bei etwa etwa 110 000 Euro liegen. Das Preisgeld wird auf die Honorarsumme angerechnet. Wesentlicher Unterschied der Entwürfe sei nach den aktuellen Änderungen, dass Impuls die schräge Stellung des Rathauses auf dem Platz durch ein besonderes Pflaster betonen wolle, während Reschke eher die Längsachse Brückenstraße-Marktgasse betone.

Definitiv aus dem Rennen ist der zweitplatzierte Entwurf von Tobias Mann, der auf das Fällen einiger Platanen nicht verzichten will. Auch die Idee der CDU, auf die Platzierten des Wettbewerbs zu verzichten und mit einer eigenen Planung Marktplatz, Brücken- und Ermschwerder Straße zu sanieren, fand keine Mehrheit.   

Alle Entwürfe gibt es hier: zu.hna.de/plaeneMarktWIZ

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