Dohrenbacher Froschmuseum beherbergt über 10.000 Exponate

Im Garten vor dem Froschmuseum: Marion Zindel mit Frosch „Oskar“, dem Maskottchen, das sie manchmal auf Reisen begleitet. Fotos:  Goldmann

Dohrenbach. Das erste Froschmuseum Deutschlands steht in Dohrenbach. Marion Zindel hat in den vergangenen Jahren über 10.000 Frösche aller Art dafür zusammengetragen.

Dohrenbach. Eigentlich verbirgt sich hinter der Geschichte, wie Marion Zindel zu ihrem besonderen Hobby gekommen ist, ein eher trauriger Anlass. Zu der Beerdigung eines Bekannten ist sie nach Duisburg gereist, als sie den ersten Frosch ihrer Sammlung in einem Blumengeschäft entdeckte. „Der hat gesagt, nimm mich mit“, erzählt die begeisterte Froschsammlerin. Es war ein besonders schönes Exemplar aus Holz. Also trat er mit ihr zusammen im Zug die Rückreise in das 276 Kilometer entfernte Dohrenbach an - das nun zu seiner neuen Heimat werden sollte. Dort legte er den Grundstock für das private Froschmuseum der heute 57-Jährigen.

Doch ihre Leidenschaft für Frösche begann schon, als sie 16 oder 17 Jahre alt war. Da habe eine Fußballmannschaft aus einem anderen Dorf nach einer Niederlage das Ortsschild des Dorfes mit dem Schriftzug „Froschhausen“ übermalt. Eine Anspielung darauf, dass die Bewohner des Ortes von jeher die „Dohrenbacher Frösche“ genannt werden. Das sei beinahe 40 Jahre her, aber daran erinnert sich die Inhaberin des Hotels „Zur Warte“ noch heute.

„Ernst“ mit ihrem Hobby wurde es dann vor gut 30 Jahren. Nachdem immer wieder Gäste ihres Hotels von ihrer Sammelleidenschaft erfuhren und ihr neue Frösche mitbrachten, musste die Sammlung in eine Scheune hinter dem Hotel ausweichen. Dort entstand dann das mit viel Liebe eingerichtete erste Froschmuseum Deutschlands. Diesen Namen habe sie sogar im Patentamt eintragen lassen. „Viele amerikanischen Gäste, die einmal hier zu Besuch waren und von meinem Hobby wissen, schicken mir heute noch Frösche zu“, sagt die Dohrenbacherin. Mittlerweile dominieren die sogar am Weihnachtsbaum. „Ich habe mich lange dagegen gewehrt, aber die Frösche haben gewonnen“, erzählt sie lachend.

Viele der Tiere verbindet Marion Zindel mit einer persönlichen Geschichte. Eine Mutter, deren Tochter gestorben war, brachte ihr zum Beispiel einen ganzen Karton der kleinen grünen Tierchen vorbei. Generell erinnern sie die meisten Frösche in ihrer Sammlung an die Menschen, die sie ihr geschenkt haben.

Lange Freundschaft 

Ein Artikel in der Bild-Zeitung vor vielen Jahren bracht die Dohrenbacherin in Kontakt mit einem Ehepaar aus Berlin. Der Mann erzählte gegenüber der Zeitung, dass er die Leidenschaft seiner Frau, Frösche zu sammeln, bald nicht mehr aushalten würde und darüber nachdenke, sich scheiden zu lassen. Daraufhin schrieb Marion Zindel an das Ehepaar, es sollte sich erstmal ihre Sammlung ansehen und lud die beiden zu einem Besuch in ihr Froschmuseum ein. Auch wenn der Mann inzwischen verstorben ist, hält der Kontakt mit zwischen ihr und der Froschsammlerin aus Berlin bis heute. Ein Beweis dafür, dass auch aus ungewöhnlichen Hobbies heraus, echte Freundschaften entstehen können.

Von Jasmin Goldmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.