Nach Aufregung um Rettungsdienstschule

DRK-Kreisverband Witzenhausen: Delegierte kritisieren geschäftsführenden Vorstand

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Die Delegierten für die DRK-Kreisversammlung üben scharfe Kritik am geschäftsführenden Vorstand. Dieses Foto zeigt die neue DRK-Rettungswache in Witzenhausen. 

Nach der Aufregung um die Rettungsdienstschule in Hessisch Lichtenau spitzt sich der Konflikt im DRK-Kreisverband Witzenhausen weiter zu.

Die Delegierten für die Kreisversammlung üben als Vertreter der Ehrenamtlichen scharfe Kritik am geschäftsführenden Vorstand – und haben für die außerordentliche Kreisversammlung am 20. September einen Misstrauensantrag gestellt.

Im Beschlussvorschlag, der der HNA vorliegt, heißt es: „Die Kreisversammlung entzieht dem Kreisvorsitzenden, den beiden Stellvertretern und dem Kreisgeschäftsführer das Vertrauen.“ Der Vertrauensverlust sei eklatant, eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich. 

Nachdem es schon länger zwischen Delegierten und Vorstand geknirscht habe, hätte die geplante Verlagerung der Notfallsanitäterausbildung von Hessisch Lichtenau nach Kassel das Fass zum Überlaufen gebracht, so Wolfgang Frühauf, Vorsitzender der DRK-Ortsvereinigung Bad Sooden-Allendorf. 

Gegenüber der HNA hatte Vize-Kreisvorsitzender Wolfgang Fischer vor zwei Wochen erklärt, „der Vorstand“ habe die Verlagerung der Notfallsanitäterausbildung beschlossen. Tatsächlich war aber nicht der neunköpfige Gesamtvorstand damit befasst, sondern nur der fünfköpfige geschäftsführende Vorstand, kritisiert Frühauf, der als Katastrophenschutzbeauftragter Mitglied im Gesamtvorstand ist. 

Weil ihrer Meinung nach auch die Kreisversammlung in so einer wichtigen Frage hätte angehört werden müssen, hatten Frühauf und zehn weitere Delegierte den Kreisvorsitzenden Jürgen Vogelei bereits am 17. Juli aufgefordert, eine außerordentliche Kreisversammlung einzuberufen.

Laut der Satzung ist Vogelei dazu verpflichtet, wenn ein Fünftel der Delegierten ihn schriftlich und begründet dazu auffordert. Vogelei schaltete nur DRK-Landespräsidenten Norbert Södler zur Vermittlung ein. Die gewünschte außerordentliche Sitzung wurde erst einberaumt, nachdem die Delegierten damit drohten, das Amtsgericht Eschwege einzuschalten.

Vorsitzender Jürgen Vogelei weist Vorwurf zurück

Er sei sehr verwundert über den Misstrauensantrag, sagt Vorsitzender Jürgen Vogelei. Er sei sich keiner Schuld bewusst und sehe keinen Verstoß gegen die DRK-Richtlinien. Laut Vogelei habe der geschäftsführende Vorstand allein entscheiden können, da es sich um operatives Geschäft handele. Auch sehe die Satzung keine Frist vor, in der er eine Sondersitzung einberufen müsse. Ein Vermittlungsversuch durch den Landesverband vor einer Sitzung sei ihm sinnvoller erschienen.

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