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Witzenhausens DRK-Helfer wünschen sich Regelung

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Von: Nicole Demmer

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Ein Tag beim DRK: SPD-Landtagsabgeordneter Knut John (Vierter von links) begleitete einen Tag lang Michelle Fiedler (von links), Felina Meier, Adrian Lux, Thomas Steinwachs, Daniel Klaus und Alastair Johannes Eichner bei der Arbeit.
Ein Tag beim DRK: SPD-Landtagsabgeordneter Knut John (Vierter von links) begleitete einen Tag lang Michelle Fiedler (von links), Felina Meier, Adrian Lux, Thomas Steinwachs, Daniel Klaus und Alastair Johannes Eichner bei der Arbeit. © Nicole Demmer

Je nach Landkreis ist verschieden, was Notfallsanitäter dürfen. Das DRK in Witzenhausen wünscht sich eine einheitliche Regelung.

Witzenhausen – Notfallsanitäter haben bundesweit die gleiche Ausbildung und damit auch die gleichen Kompetenzen. Allein: Was sie schlussendlich im Einsatz tun dürfen, ist je nach Landkreis unterschiedlich geregelt und führt damit zu einem Problem, wie Thomas Steinwachs, Wachleiter beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Witzenhausen, berichtet.

Konkret heißt das, dass der jeweilige Ärztliche Leiter die Maßnahmen freigibt, die ein Notfallsanitäter ausführen darf. Das kann im extremen Beispiel dazu führen, dass vielleicht in einem Landkreis ein Retter einen Notfallpatienten mit Sauerstoff versorgen, während sein Kollege in einem anderen Kreis Medikamente verabreichen darf. Laut Steinwachs fehlt es hier an landes- beziehungsweise bundeseinheitlichen Vorgaben. „Wir sind keine Ärzte“, betont Steinwachs. „Aber wir wünschen uns mehr Vertrauen und eine Regelung.“ Dazu komme: Im Werra-Meißner-Kreis etwa seien drei Notarztfahrzeuge vorhanden. Was aber sollen die Rettungskräfte machen, wenn alle im Einsatz sind?

Auf offene Ohren stießen die DRK-Mitarbeiter mit ihrem Anliegen beim Landtagsabgeordneten Knut John (SPD), der kürzlich eine Schicht auf der Wache in Witzenhausen im Rahmen eines Praktikums absolvierte.

Ein weiteres Dilemma für die Rettungskräfte sei, so John, dass Betroffene sie oft wegen „Kleinigkeiten“ rufen, zum Beispiel, weil sie bei geringeren Beschwerden keine langen Wartezeiten beim Hausarzt in Kauf nehmen wollen, sondern sich lieber per Rettungswagen in ein Krankenhaus bringen lassen. Ablehnen können Rettungskräfte solch eine Fahrt nicht. „Der Patientenwunsch steht über allem“, so Steinwachs. Allerdings, so John, koste solch ein Einsatz auch rund 1000 Euro.

Zu der Problematik der unterschiedlichen Befugnisse im Rettungsdienst hat John bereits vor seinem Praktikumstag beim DRK mit seinen Fraktionskollegen Dr. Daniela Sommer und Tobias Eckert eine „Kleine Anfrage“ an den Landtag gestellt. Darin heißt es unter anderem, dass der Bundesverband Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (BV-ÄLRD) bereits 2014 eine Auswahl an Medikamenten vorgelegt habe, die aus Sicht des Verbands „für die Gabe durch Notfallsanitäter infrage kommen“. Obwohl es einen einheitlichen Richtwert gebe, regele jedes Bundesland beziehungsweise jeder Landkreis die Medikamentengabe im Rettungsdienst in Eigenverantwortung.

In dem Papier wird die Landesregierung unter anderem gefragt, welche Standardanweisungen und Richtwerte für die Medikamentengabe mit welcher Begründung des Ärztlichen Leiters umgesetzt werden – aufgeschlüsselt auf die Kreise und kreisfreien Städte. Zudem wird gefragt, welches Ampullarium (Medikamente in Ampullen) der Rettungsdienst mitführt und wie die unterschiedliche Handhabung in den Kreisen begründet wird und ob die Landesregierung künftig eine einheitliche Regelung plant. (nde)

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